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WirtschaftWarnstreiks bei DAK-Gesundheit, AOK und BARMER

Warnstreiks bei DAK-Gesundheit, AOK und BARMER

Beschäftigte der gesetzlichen Krankenkassen legen am Montag auch in NRW ihre Arbeit nieder

Nordrhein-Westfalen/ In den laufenden Tarifverhandlungen zur Gehaltserhöhung bei den gesetzlichen Krankenkassen DAK-Gesundheit, AOK und BARMER ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auch in NRW am 24. Januar 2022 zu Warnstreiks auf, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. In NRW sind rund 19.000 Beschäftigte von den Tarifrunden betroffen.

„Trotz der Belastungen durch die Corona-Pandemie, trotz der Schließung von Dienststellen bei gleichzeitig hoher Auslastung im Home-Office und trotz immer neuer Höchststände der Inflationsrate haben die Beschäftigten die Betreuung der Versicherten und den Auftrag der Krankenkassen vollumfänglich gewährleistet. Vor diesem Hintergrund ist das Verhalten der Arbeitgeber nicht mehr zu akzeptieren“, erklärt Monique Steeger, Branchenkoordinatorin Sozialversicherungen im ver.di-Landesbezirk NRW. „Die Beschäftigten fordern Respekt und Anerkennung für ihre Leistung. Ihr Unmut über das Angebot zieht nun zwangsläufig Warnstreiks nach sich.“

ver.di fordert für die Beschäftigten der DAK-Gesundheit im Schnitt eine Erhöhung der Gehälter um rund 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für die Auszubildenden 150 Euro, bei 12 Monaten Laufzeit. Angesichts eines Arbeitgeberangebots von nur einem Prozent jährlich bei einer Laufzeit von drei Jahren sei klar, dass zur 3. Runde der Verhandlungen am 25./26. Januar 2022 der Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöht werden müsse, um ein annehmbares Ergebnis zu erzielen, erklärte die Gewerkschaft.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) fordert ver.di eine Erhöhung von 5,9 Prozent, mindestens 200 Euro, für die Auszubildenden 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der Arbeitgeber hat bisher kein akzeptables Angebot vorgelegt, fordert aber stattdessen eine Laufzeit von 24 Monaten und will die Erfolgsprämie streichen. Alle weiteren Forderungen von ver.di wurden abgelehnt. Gleichzeitig soll das Ergebnis der Tarifrunde nicht für die Beschäftigten der AOK-Nordost (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) angewendet werden, obwohl die AOK-Nordost Mitglied der bundesweiten Tarifgemeinschaft der AOK ist.

Für die Beschäftigten der BARMER fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütung um 3,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro, bei einer gleichzeitigen Arbeitszeitverkürzung um eine Stunde bei vollem Lohnausgleich. Für die Auszubildenden soll es 150 Euro mehr Geld geben. Das erste Angebot des Arbeitgebers umfasst eine Gehaltssteigerung unterhalb der aktuellen Inflation. Ebenfalls sind Kernforderungen nicht berücksichtigt.

Die Krankenkassen begründen ihre Haltung mit der Belastung der GKV und erforderlichen Beitragserhöhungen. Dies ist aus Sicht von ver.di jedoch nicht akzeptabel, da die Bundesregierung für 2022 bereits einen Milliarden-Ausgleich für die Corona-Belastungen gezahlt hat. Gleichzeitig sind die Leistungsausgaben infolge von Corona gesunken, so dass die finanzielle Lage der Kassen als relativ stabil betrachtet werden darf.

Die Streikenden werden aufgrund der aktuellen Pandemielage aus dem Home-Office streiken. Eine Streikversammlung findet in digitaler Form statt.

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