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BlaulichtExplosion in der Innenstadt: War es ein gezielter Anschlag auf ein Wettbüro?

Explosion in der Innenstadt: War es ein gezielter Anschlag auf ein Wettbüro?

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Solingen/ Am Dienstagnachmittag, 25. Juni, erschütterte eine gewaltige Explosion Teile der Solinger Innenstadt. Im Zentrum der Ermittlungen steht das Wettbüro „Cafe Neef“ auf der Konrad-Adenauer-Straße. Die Polizei hat eine 25-köpfige Mordkommission eingesetzt, um den Vorfall aufzuklären. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Explosion möglicherweise ein gezielter Anschlag auf das Wettbüro war.

Nach bisherigen Erkenntnissen gab es wenige Tage vor der Explosion eine Auseinandersetzung, in die auch der mutmaßliche Täter verwickelt gewesen sein soll. Deniz, der 46-jährige Geschäftsführer des Cafés, ist überzeugt, dass der Anschlag ihm galt. Er glaubt, den Täter erkannt zu haben. Auf Überwachungskameras sei zu sehen, wie der Mann offenbar in den frühen Morgenstunden des Dienstags gegen 4.20 Uhr eine Scheibe des Cafés zerstört, so der Geschäftsführer in einem Pressegespräch.

Täter trug eine Flasche mit einer Flüssigkeit unter seinem Pullover
Am Dienstagnachmittag betrat der Geschäftsführer sein Wettbüro, um es für den Tag vorzubereiten. Er berichtet weiter, dass er noch eine Zigarette rauchen wollte, als er einen Mann sah, der auf ihn zukam. Er sei sich sicher, dass es derselbe Mann war, der in der Nacht zuvor die Scheibe zerstört hatte. Er wunderte sich, warum der Mann bei der Wärme einen Pullover trug und fokussierte ihn mit seinem Blick, um zu zeigen, dass er ihn erkannt habe. Dieser Blickkontakt machte den Täter offenbar nervös. Er griff unter seinen Pullover und zog eine etwa zwei Liter große PET-Flasche mit einer unbekannten Substanz hervor, die mit schwarzem Band zugeklebt war. Deniz vermutete in dem Pressegespräch, dass es sich dabei um Benzin gehandelt habe und dass möglicherweise eine Art Zünder an der Flasche befestigt war.

Feuerwolke und laute Explosion
Als der Mann die Flasche hervorholte, sei sie ihm aus der Hand gerutscht. Deniz hörte noch, wie der Mann fluchte. Beim Aufprall auf den Gehweg entstand eine Feuerwolke und die Explosion war hunderte Meter weit in der Innenstadt zu hören. Deniz rannte in sein Café, um einen Feuerlöscher zu holen. Der in Flammen stehende Täter lief hinter ihm her in das Cafe und kam ihm dort entgegen. Er schrie um Hilfe und brach unmittelabar danach zusammen.

Warum der Täter es auf ihn abgesehen hatte, wollte Deniz in dem Pressegespräch nicht erläutern. Er gab weiter an, dass die Polizei ihm geraten habe, der Presse nicht alles zu erzählen.

Foto: Gianni Gattus

Vier Personen verletzt
Durch die Explosion wurden umstehende Passanten (35, 38, 45) und ein 7-jähriges Mädchen durch Splitter der Scheiben bzw. ein Knalltrauma leicht verletzt und bedurften einer ärztlichen Betreuung im Krankenhaus.

Identität des Toten noch nicht abschließend geklärt
Nach Informationen aus Ermittlerkreisen gehe man derzeit aufgrund von Zeugenaussagen davon aus, dass es sich bei dem Toten um einen Staatsbürger aus Eritreer handeln soll. Ein Name soll den Ermittlungsbehörden bereits bekannt sein. Nun muss geklärt werden, ob es sich bei dem Toten auch tatsächlich um die Person handelt. Das gestaltet sich aber immer dann schwierig, wenn keine Verwandten kontaktiert werden können, um den Toten zu identifizieren.

Foto: Gianni Gattus

Augenzeugen kannten den Täter
Auch zahlreiche Augenzeugen berichteten, dass sie den Täter gekannt haben und dass er eritreeischer Staatsbürger sein soll. Ob er einen festen Wohnsitz hatte, sei derzeit unklar. Eine Augenzeugin erzählte in einem Gespräch mit Journalisten, dass sie ihn immer in der Stadt mit kaputten Anziehsachen gesehen hat.

25-köpfige Mordkommission ermittelt
Auch am heutigen Mittwoch setzte die Mordkommission ihre Arbeit am Tatort und im Umfeld fort. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Wuppertal wird wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Weitere Anwohner werden befragt und weitere mögliche Zeugen gesucht.

Eine politische Motivation für die Tat lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen. Die Ermittlungen verlaufen ergebnisoffen, um die Hintergründe der Explosion vollständig aufzuklären.

Die Polizei bittet weiterhin um Zeugenhinweise. Für die Zusendung von Fotos und Videoaufnahmen kann das Online-Hinweisportal der Polizei NRW unter https://nrw.hinweisportal.de genutzt werden. Auf Wunsch können die Bilder und Videos auch anonym zur Verfügung gestellt werden.

Für telefonische Hinweise hat die Polizei eine Telefonhotline geschaltet. Die Rufnummer lautet 0202 / 284 – 1122. Außerhalb der Bürodienstzeiten ist Polizei 24 Std. unter der Telefonnummer 0202 / 284 – 0 zu erreichen.

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