Solingen – Ein verheerender Großbrand hat am Sonntagabend den ehemaligen Märchenwald im Solinger Ittertal schwer getroffen. Besonders tragisch: Das denkmalgeschützte Wasserkarussell, mit dem viele Solinger und Menschen aus der Region zahlreiche Kindheitserinnerungen verbinden, fiel den Flammen zum Opfer. Die Ursache des Feuers ist weiterhin ungeklärt, die Kriminalpolizei ermittelt.
Regen verhindert Schlimmeres – keine Verletzten
Trotz der massiven Zerstörung gab es glücklicherweise keine Verletzten. Die starken Regenfälle am Sonntagabend verhinderten offenbar ein noch größeres Ausmaß des Brandes. Direkt betroffen war auch das benachbarte Restaurant Mongolei, das erst im April neu eröffnet hatte. Gäste hatten dort durch die Fenster den Brand beobachtet, ein Mitarbeitervideo dokumentiert das Geschehen. Die Feuerwehr evakuierte das Lokal schnell und professionell, sodass niemand zu Schaden kam. Die Kunden mussten ihr Essen zurücklassen – für das Team des Restaurants war das allerdings nebensächlich, Sicherheit hatte oberste Priorität.
Lagerhalle sollte ohnehin abgerissen werden
Das niedergebrannte Gebäude – die frühere Bayernhalle – sollte ohnehin in etwa sechs Monaten abgerissen werden. Die Halle war bereits nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 schwer beschädigt worden. Eigentümer Yvgen Besedin hatte zuvor mit großem Aufwand Renovierungsarbeiten begonnen, die jedoch durch das Hochwasser zunichte gemacht wurden. Zuletzt war geplant, auf der gegenüberliegenden Uferseite einen Neubau zu errichten. Wie es mit diesen Plänen nun weitergeht, ist unklar. Die Reaktivierung des Geländes erfordert umfangreiche Abstimmungen mit städtischen Behörden und dem Bergisch-Rheinischen Wasserverband.

Zerstörung von hoher Symbolkraft
Besonders betroffen zeigte sich Besedin über den Verlust des historischen Wasserkarussells, das unter Denkmalschutz stand. Ein Rundgang über das Areal offenbart das ganze Ausmaß des Feuers: verkohlte Bäume, verschmorte Lampen – das Gelände gleicht einem Trümmerfeld. In der Halle selbst befanden sich laut dem Eigentümer keine nennenswerten Sachwerte, sondern lediglich alte Möbel und Baumaterial. Dennoch ist der emotionale Schaden immens.
Polizei ermittelt – Solidarität aus der Bevölkerung
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, ein Brandsachverständiger wurde eingeschaltet. Erste Hinweise zur Entstehung des Feuers gibt es bislang nicht. Die Feuerwehr war innerhalb weniger Minuten vor Ort – ein Umstand, den der Eigentümer ausdrücklich lobt. Auch die große Anteilnahme aus der Bevölkerung rührte ihn: Zahlreiche Solinger meldeten sich mit Hilfsangeboten und unterstützenden Worten.
Engagement für den Märchenwald bleibt bestehen
Tief getroffen zeigte sich auch Michael Willemse, Vorsitzender des Vereins „Itterthaler“, der sich seit Jahren für den Wiederaufbau des Märchenwaldes im Freizeitpark einsetzt. Auch wenn sich der Verein zunächst zurückgezogen hat, soll der Austausch mit dem Eigentümer weiter fortgeführt werden. Das Ziel, den Freizeitpark wiederzubeleben, bleibt trotz Rückschlägen bestehen – wenn auch der Weg dorthin nun steiniger geworden ist.











