Solingen – Seit ein paar Tagen ist der Kängurubock im Gräfrather Tierpark endlich nicht mehr alleine –Nach sehr dramatischen Ereignissen im April sind jetzt zwei Känguruweibchen aus dem Zoologischen Garten Neunkirchen und dem Tierpark Hamm in der Fauna eingezogen.
„Die Tiere haben sich gut bei uns eingelebt und sind seit einigen Tagen auf der Anlage zu sehen. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir aus Neunkirchen wieder ein weißes Weibchen bekommen haben“ so die Vereinsvorsitzende Vera Schramm.
Dramatische Ereignisse im April – Polizei ermittelt
Noch immer haben die Mitarbeiter nicht ganz verkraftet, was in der Woche vor Ostern im passiert ist: „Am 15. April fanden unsere Tierpfleger eines unserer Känguruweibchen tot auf der Anlage. Der Kopf war vom Rumpf abgetrennt. Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere Einzelheiten, aber der Anblick war mehr als ein Schock für uns“ so Vera Schramm.
Das Baby im Beutel lebte noch und wurde damals umgehend von einer lieben Freundin der Fauna in eine Aufzuchtstation in der Nähe von Koblenz gebracht. Leider ist es dort trotz großartiger professioneller Hilfe nach 14 Tagen gestorben.
Der Vorstand der Fauna nahm unverzüglich Kontakt zur Polizei, zum Veterinäramt sowie zur Kreisjägerschaft, einem Wolfsberater und den verschiedensten Untersuchungslaboren auf um die Todesursache zu klären.
Zwei Tage später folgte dann die nächste dramatische Entdeckung. Das zweite Känguruweibchen lag am Morgen des Karfreitags ebenfalls tot auf der Anlage – das gleiche Bild – bis auf die Tatsache, dass der Kopf komplett fehlte und auch nicht mehr aufzufinden war.
Es breitete sich Panik aus – die Untersuchungen des ersten Vorfalls waren noch nicht abgeschlossen und das bevorstehende Osterfest machte die `Ermittlungen´ und die notwendigen labor- und veterinärmedizinischen Untersuchungen nicht gerade leicht. Die Sicherheitsmaßnahmen auf der Anlage wurden vom Vorstand nochmals umfassend optimiert und – aufgewühlt von den Geschehnissen – verbrachten einige Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder ehrenamtlich die darauffolgenden Nächte im Park – teilweise im Kängurustall bzw. mit Nachtsichtgeräten auf dem Dach. Auch ein befreundeter Jäger überwachte in der Nacht das Außengelände. Die Nachtwachen waren allerdings komplett unauffällig.
Auf Empfehlung der Polizei wurde die Öffentlichkeit zunächst nicht informiert, da völlig unklar war, wer oder was den Tod der beiden Tiere verursacht hatte. Der Vorstand der Fauna möchte sich auch öffentlich nochmals ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern, den Vorstandsmitgliedern, der Polizei und allen anderen Helfern und Unterstützern bedanken, die sich dafür eingesetzt haben, die Vorfälle aufzuklären.
Nach vielen umfangreichen Untersuchungen scheint es sich um einen Fuchs gehandelt zu haben. Dies ist das Ergebnis der Expertise mehrerer Fachleute, die Spuren eines Fuchses an den toten Tieren festgestellt haben.
Seit den Vorfällen sind die Tiere nachts nicht mehr im Außengehege des Tierparks sondern werden in einem geschlossenen Stall untergebracht. Damit haben sich die Tiere auch schon gut arrangiert, wie die nächtlichen Videoaufnahmen aus dem Stall zeigen. Vor dem Känguru-Stall wurde zudem ein großes Rolltor angebracht. Damit wird die nächtliche Aufenthaltsfläche für die Tiere vergrößert. Aus Sicherheitsgründen hatte sich der Tierpark dazu entschieden, erst nach Abschluss dieser Baumaßnahme überhaupt wieder neue Kängurus anzuschaffen.
Aufregend wurde es dann wieder am 19. Mai – einen Monat nach den beiden Todesfällen: Unsere Überwachungskameras zeichneten um 0.50 Uhr in der Nacht eine bislang unbekannte Person im Park auf, die auf direktem Weg zum Kängurustall ging. Die Polizei wurde umgehend per Notruf verständigt und war wenige Minuten später mit zahlreichen einsatzkräften vor Ort. Leider konnte niemand mehr angetroffen werden und auch die Auswertung der Spuren blieb bislang ergebnislos.
„Hier stellt sich aber für uns wieder die Frage, ob durch die schnelle Präsenz der Polizei unser überlebender Kängurubock verschont geblieben ist, oder das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Verunsichert sind wir leider immer noch. Daher an dieser Stelle eine Bitte: Sollte es rund um unseren Tierpark irgendwelche Auffälligkeiten geben – bitte lieber einmal zu viel die Polizei einschalten! – Doch nun blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns über unsere neuen Bewohner, die bald noch `Verstärkung´durch einen kastrierten Bock bekommen“ so Vera Schramm weiter.
Da die Kängurusbislang noch keine Namen haben, dürfen alle Besucher des Tierparks Namensvorschläge abgeben. Ab Montag, 21. Juli bis zum 3. August liegen an der Tierpark-Kasse Formular aus. Damit können sich alle Besucher an diesenm kleinen Wettbewerb beteiligen.
„Unsere Tierpflegerinnen und Tierpfleger werden aus den Vorschlägen dann die drei Namen auswählen, auf die die Tiere `getauft´ werden. Anschließend wird es dann unter allen Teilnehmern eine Verlosung geben. Der erste Preis ist jeweils eine Jahrespatenschaft für das jeweilige Känguru und die `Taufe´ auf der Anlage. Vorschläge können allerdings nur vor Ort auf den von uns ausgegebenen Formularen gemacht werden. Wir hoffen auf viele kreative Ideen und vor allem auf schöne Namen für unsere Tiere“ so Schramm abschließend.











