Solingen – Ein Jahr nach dem Attentat, das die Stadt am 23. August erschütterte, lädt die Stadt Solingen ihre Bürgerinnen und Bürger zu einem öffentlichen Gedenken ein. Mit einer zentralen Veranstaltung auf dem Fronhof sowie einer abendlichen Trauerfeier am Tatort soll der Opfer gedacht und zugleich ein Zeichen des Zusammenhalts gesetzt werden.
Gedenken auf dem Fronhof
Am Samstag, 23. August, beginnt um 13.00 Uhr auf dem Fronhof in der Solinger Innenstadt die offizielle Gedenkveranstaltung. Oberbürgermeister Tim Kurzbach wird die Bürgerinnen und Bürger begrüßen und in seiner Rede auf die Bedeutung des gemeinsamen Erinnerns eingehen. Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst wird sprechen, bevor Superintendentin Dr. Ilka Werner mit einem geistlichen Impuls zum Innehalten einlädt.
Ihr Kommen haben zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Landes- und Bundespolitik angekündigt. Neben Ministerpräsident Wüst und seiner Stellvertreterin Mona Neubaur werden unter anderem Innenminister Herbert Reul, Familienministerin Josefine Paul sowie Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, erwartet. Auch Roland Weber, Bundesopferbeauftragter, und Dr. Barbara Haliza, die nordrhein-westfälische Beauftragte für Opferschutz, werden teilnehmen.
Die Stadt rechnet mit einer großen Resonanz und hofft, dass viele Bürgerinnen und Bürger gemeinsam ein Zeichen der Solidarität setzen.

Stilles Gedenken am Abend
Am Samstagabend rückt das Erinnern noch einmal an den genauen Zeitpunkt der Tat. Um 21.30 Uhr beginnt an der Gedenktafel direkt neben dem Anschlagsort am Fronhof eine kurze Trauerfeier, die den tragischen Moment um 21.37 Uhr würdigt. Superintendentin Dr. Ilka Werner sowie Dr. Ulrike Spengler-Reffgen, Vorsitzende des Solinger Katholikenrats, werden das Gedenken mit einleitenden Worten eröffnen.
Im Anschluss können die Teilnehmer Kerzen entzünden. Wer keine eigene Kerze mitbringt, findet vor Ort die Möglichkeit, eine Kerze zu erhalten. Zum Abschluss sind eine Schweigeminute und ein musikalischer Beitrag vorgesehen – ein stilles Zeichen der Anteilnahme und des Trostes.
Ein Zeichen gegen das Vergessen
Mit beiden Veranstaltungen will die Stadt Solingen nicht nur der Opfer würdig gedenken, sondern auch deutlich machen, dass das Attentat die Stadtgesellschaft nachhaltig geprägt hat. Das Gedenken soll Ausdruck von Trauer, Mitgefühl und Anteilnahme sein – zugleich aber auch ein Appell für Zusammenhalt, Frieden und gegenseitige Verantwortung.












