Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen macht ernst. Innenminister Herbert Reul (CDU) will’s schwarz auf weiß: Alle Staatsangehörigkeiten von Verdächtigen und Opfern werden jetzt gezählt. Schluss mit der Regel, dass Doppelstaatler nur als Deutsche auftauchen.
Knallharte Zahlen
2024: 49.825 Tatverdächtige mit deutschem Pass hatten noch einen zweiten. Jeder Sechste!
Die Top-5-Kombis:
- Deutsch/Türkisch – 10.307 Fälle
- Deutsch/Polnisch – 6.652
- Deutsch/Russisch – 3.484
- Deutsch/Marokkanisch – 3.125
- Deutsch/Syrisch – 2.185
„Sicherheit gibt es nur mit Klarheit!“
Reul verteidigt seinen Kurs: „Nur wenn wir alles erfassen, sehen wir die Realität.“ Für die Polizei sei das Gold wert – Fluchtgefahr einschätzen, falsche Identitäten entlarven.
Fakten, die aufhorchen lassen
2023 waren in NRW 35,6 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer – ihr Bevölkerungsanteil liegt nur bei 16,1 Prozent. Das Landeskriminalamt rechnet schon nach den neuen Vorgaben. Bundesweit bleibt’s aber bei einer Staatsangehörigkeit pro Person.
Scharfe Worte kommen von den NRW-Grünen. Julia Höller, innenpolitische Sprecherin der Fraktion, weist die Maßnahme entschieden zurück: „Der Erlass von Innenminister Herbert Reul bringt keinerlei Erkenntnisgewinn für die Arbeit der Polizei und zahlt aufs Konto der völkisch denkenden AfD ein. Der Pass sagt rein gar nichts darüber aus, warum jemand straffällig wird oder ob er Kontakte ins Ausland hat. Diese Art der Darstellung ist Populismus und hat eine gefährliche Nebenwirkung: Menschen mit Doppelpass werden zu Deutschen zweiter Klasse abgestuft.“











