Solingen – Ob in Ohligs, Wald oder der Südstadt: Seit Tagen berichten Anwohner von einem penetranten Geruch, der aus den Kanälen aufsteigt. „Manchmal meint man, direkt neben einer Kläranlage zu stehen“, beschreibt Daniel Schmidt seine Beobachtung.
Die Ursache liegt in der anhaltenden Trockenheit. Weil kaum Regen fällt, führt das Kanalnetz deutlich weniger Wasser. Normalerweise sorgt die Strömung dafür, dass Abfälle weitertransportiert werden – jetzt bleiben Fette, Toilettenrückstände und andere Stoffe liegen, zersetzen sich und bilden Faulgase. Die steigen durch Gullys an die Oberfläche und verpesten die Luft.
Auch in manchen Wohnungen macht sich das bemerkbar. „Aus dem Abfluss in der Küche riecht es plötzlich übel – dabei ist alles sauber“, berichtete eine Anwohnerin aus Wald gegenüber den Solinger Nachrichten. Fachleute erklären: Wenn der Siphon austrocknet, etwa weil er selten benutzt oder das Restwasser bei Hitze verdunstet, dringen die Gase ungehindert nach oben.
Die Hoffnung ruht nun auf dem Wetter. Laut Prognosen sind bald Regenschauer möglich, die den Wasserstand im Netz anheben und die Leitungen durchspülen könnten. „Schon ein paar kräftige Niederschläge können die Situation deutlich entspannen“, so eine Sprecherin der Stadt.
Bis dahin behalten die Technischen Betriebe Solingen das System genau im Blick. Sollte die Natur nicht nachhelfen, stünden auch außerplanmäßige Spülungen als Notmaßnahme bereit.
Und so warten viele Solingerinnen und Solinger derzeit nicht nur auf Abkühlung – sondern vor allem auf Regen, der die Luft wieder erträglicher macht.











