Bergisches Land – Der Bergische HC hat seine Heimpremiere in der neuen Handball-Bundesliga-Saison auf dramatische Weise aus der Hand gegeben. Vor 2.112 Fans in der Wuppertaler Unihalle führten die Löwen über weite Strecken gegen den HC Erlangen, sahen lange wie der sichere Sieger aus – und kassierten am Ende eine 29:33 (15:13)-Niederlage.
Morante und Beyer glänzen
Besonders Rückraumspieler Eloy Morante Maldonado stellte seine Klasse unter Beweis. Der vom HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vor der Partie als wertvollster Spieler der vergangenen Zweitliga-Saison ausgezeichnete Spanier traf bei seinen ersten neun Versuchen ohne Fehlwurf und war ein ständiger Unruheherd. Unterstützung erhielt er von Noah Beyer, der von Außen, vom Siebenmeterstrich und nach Einläufern immer wieder erfolgreich war. Beide Spieler prägten eine erste Halbzeit, in der die Gastgeber kontrolliert auftraten und mit 15:13 in die Kabine gingen.
Hexenkessel Unihalle
Die Unterstützung von den Rängen sorgte für echte Heimspiel-Atmosphäre. Immer wenn Keeper Christopher Rudeck oder Lukas Diedrich wichtige Paraden setzten, brandete Jubel auf. Auch strittige Pfiffe ließen die Stimmung hochkochen – die Unihalle verwandelte sich zeitweise in einen Hexenkessel.
Nach dem Seitenwechsel schien alles auf den ersten Saisonsieg des BHC hinauszulaufen. Morante markierte in der 42. Minute seinen neunten Treffer, beim Stand von 23:19 lagen die Löwen klar vorne. Mehrfach betrug der Vorsprung vier Tore.
Erlanger Schlussoffensive dreht alles
Doch dann riskierte Erlangen alles – mit dem siebten Feldspieler. Zunächst fand der BHC noch Antworten, doch kleine Fehler und strittige Pfiffe (unter anderem ein zurückgepfiffenes Beyer-Tor wegen Schrittfehlers) verhinderten eine Vorentscheidung. Fünf Minuten vor dem Ende stellte Beyer per Strafwurf noch auf 29:27. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es das letzte BHC-Tor bleiben würde.
Die Franken spielten nun eiskalt, nutzten ihre Chancen und trafen sechs Mal in Serie. Während Erlangen jubelte, verließen die Bergischen Spieler mit gesenkten Köpfen das Feld.
Stimmen zum Spiel
Johannes Sellin (HC Erlangen): „Wir sind sehr glücklich über die zwei Punkte. Der BHC hat leidenschaftlich gekämpft, das verdient Respekt. Unsere Umstellung auf Sieben-gegen-Sechs und eine defensivere Abwehr war der Schlüssel. In diesem Hexenkessel war es mental extrem stark von meiner Mannschaft.“
Markus Pütz (Trainer BHC): „Es fühlt sich schwer an, weil wir bis zur 55. Minute führen. Vier Torhüterparaden kippen das Spiel. Trotzdem war es ein Schritt nach vorne im Vergleich zu Berlin. Wir werden weiterarbeiten und die Köpfe nicht in den Sand stecken.“
Fabian Gutbrod (BHC): „Diese Niederlage tut unheimlich weh. Wir waren lange die bessere Mannschaft. Aber wir haben erneut gezeigt, dass wir mithalten können. Heute hätten wir zumindest einen Punkt verdient gehabt.“
Fazit
Der BHC zeigte über 55 Minuten eine reife Leistung, doch in der Crunchtime fehlten Kaltschnäuzigkeit und letzte Konsequenz. Anstelle des ersehnten ersten Saisonsieges steht eine bittere 29:33-Niederlage. Am kommenden Spieltag wartet mit der Partie in Stuttgart die nächste Bewährungsprobe.












