Solingen – Um Punkt 11.00 Uhr wird es am Donnerstag, 11. September, laut in der Klingenstadt. Dann heulen die Sirenen – nicht, weil Gefahr droht, sondern weil ganz Deutschland den Ernstfall probt. Beim bundesweiten Warntag sollen Menschen, Behörden und Technik zeigen, ob sie im Notfall funktionieren.
Ein Probealarm, der alle erreicht
Eine Minute Entwarnung, eine Minute Warnung, eine weitere Minute Entwarnung: Mit dieser Abfolge sollen die Solingerinnen und Solinger aufhorchen. Und nicht nur über die Sirenen. Auf Smartphones erscheinen parallel Probe-Meldungen über die Warn-App NINA oder per Cell Broadcast. Auch der lokale Radiosender schaltet sich ein und gibt Durchsagen der Feuerwehr Solingen weiter. Sogar die digitalen Stelen im Stadtgebiet zeigen die Hinweise an.
Die Warnung kommt zentral vom Bund. Über das Modulare Warnsystem (MoWaS) werden bundesweit Behörden, Medien und Plattformen gleichzeitig informiert. Ziel ist, dass die Bevölkerung überall zur gleichen Zeit erreicht wird – und im Ernstfall keine wertvolle Minute verloren geht.
13 neue Sirenen für die Klingenstadt
Damit die Warnung auch akustisch überall ankommt, hat Solingen investiert: 13 zusätzliche Sirenen wurden aufgestellt, die Zahl der stationären Anlagen steigt damit auf 32. Ergänzt werden sie von zwei mobilen Sirenen, die in Ohligs bereitstehen.
„Mit den 13 zusätzlichen Sirenen verbessern wir die Abdeckung in der Klingenstadt Solingen deutlich“, sagt Heike Neuenfeldt von der Feuerwehr. „Somit stehen grundsätzlich 32 stationäre und zwei mobile Sirenen bereit, um die Solinger Bürgerinnen und Bürger zu warnen.“
Und trotzdem: Sollte es Stadtteile geben, in denen die Signale nicht zu hören sind, bittet die Feuerwehr um Rückmeldung per E-Mail. Unter sirene.feuerwehr@solingen.de können die Anwohner ihre Beobachtungen weitergeben.
Mehr als Technik: ein Signal zum Mitmachen
Der Warntag ist mehr als ein technischer Funktionstest. Er soll Bewusstsein schaffen. Viele Menschen haben die NINA-App noch nicht installiert oder wissen nicht, wie Cell Broadcast funktioniert. Auf der Seite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) finden Interessierte daher nicht nur Downloadlinks, sondern auch Tests, mit denen sie ihr Handy auf Empfang prüfen können.
Am Ende soll der Warntag ein Gefühl vermitteln: Wie klingt es, wenn Gefahr droht? Welche Kanäle informieren mich? Und wo bekomme ich Hilfe? Für einen Vormittag macht die Klingenstadt den Ernstfall zur Übung. Damit, wenn er je eintritt, niemand überrascht wird.











