Solingen – Ein Herz-Kreislauf-Stillstand kommt oft aus heiterem Himmel – und dann zählt jede Sekunde. Rund 60.000 Menschen sind in Deutschland jedes Jahr außerhalb eines Krankenhauses betroffen. Ohne schnelle Hilfe sinken ihre Überlebenschancen mit jeder Minute drastisch. Deshalb startet vom 22. bis 25. September in Solingen die bundesweite „Woche der Wiederbelebung“.
Mehr als 300 Schülerinnen und Schüler sowie zahlreiche Passanten haben die Möglichkeit, die lebensrettenden Handgriffe der Laienreanimation zu üben. Mit dabei sind viele Organisationen aus dem Gesundheits- und Rettungswesen der Stadt: Arbeiter-Samariter-Bund, Bergische Erste Hilfe Schule, Bergische Lebensretter, Deutsches Rotes Kreuz, Feuerwehr Solingen, Johanniter, Städtisches Klinikum und Malteser.
Kooperation und Aktion vor Ort
Besondere Schwerpunkte setzen zwei zentrale Veranstaltungen: Am 23. September in der Stadt-Sparkasse Solingen-Ohligs und am 25. September im Hofgarten Solingen können Interessierte an anschaulichen Übungen teilnehmen. Fachkräfte erklären dabei die drei entscheidenden Schritte: Prüfen – Rufen – Drücken.
- Prüfen, ob die betroffene Person reagiert und normal atmet.
- Rufen, also sofort den Notruf 112 wählen.
- Drücken, und zwar 100 bis 120 Mal pro Minute kräftig auf die Mitte des Brustkorbs, bis Hilfe eintrifft.
„Man kann nichts falsch machen – außer, nichts zu tun“, betonen die Veranstalter.
Zahlen und Fakten: Deutschland hat Nachholbedarf
Die Initiative „Woche der Wiederbelebung“ wurde 2012 vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin ins Leben gerufen. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums und will vor allem eines erreichen: mehr Mut und mehr Wissen in der Bevölkerung, um im Ernstfall sofort handeln zu können.
Die Quote der Laienreanimation in Deutschland ist zwar von knapp 30 Prozent im Jahr 2012 auf über 50 Prozent gestiegen – liegt aber weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt. Länder wie Norwegen zeigen, dass es besser geht: Dort beginnen 86 Prozent der Ersthelfer sofort mit der Herzdruckmassage.
Jede Minute zählt
Da Rettungsdienste im Schnitt acht bis zehn Minuten bis zum Einsatzort benötigen, entscheidet die Reaktion von Ersthelfern über Leben und Tod. Bereits nach drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff treten irreversible Hirnschäden auf. „Deshalb muss die Herzdruckmassage zum Basiswissen in allen Altersgruppen gehören“, so die Experten.
Lebensretter werden
Mit Übungen, Trainings und Demonstrationen macht die Aktionswoche in Solingen Mut, selbst zum Lebensretter zu werden. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und Handlungsbereitschaft zu fördern. Denn die einfache Wahrheit lautet: Wer prüft, ruft und drückt, kann Leben retten.












