Westerburg/Solingen – Nach mehr als sechs Jahrzehnten geht eine Ära zu Ende: Das traditionsreiche Schullandheim Westerburg im rheinland-pfälzischen Westerwaldkreis stellt seinen Betrieb zum 31. Juli 2026 ein. Der Schullandheimverein Solingen e.V. hat den Beschluss in einer außerordentlichen Sitzung gefasst. Hauptgründe sind gestiegene Kosten, ein erheblicher Renovierungsstau sowie rückläufige Buchungszahlen.
Bestehende Reservierungen bis Sommer 2026 bleiben bestehen, geplante Fahrten ab dem 1. August 2026 müssen jedoch abgesagt werden. Alle betroffenen Schulen wurden bereits informiert.
„Generationen von Solinger Schülern haben in Westerwald ihre ersten Reiseerfahrungen gemacht. Viele Erwachsene erinnern sich bis heute gerne an die Erlebnisse in der Natur. Es ist sehr bedauerlich, dass diese Einrichtung schließen muss“, erklärte Stadtdirektorin Dagmar Becker.
Ein Haus mit Geschichte
Das Schullandheim wurde 1961 eröffnet, nachdem die Stadt Solingen ein knapp 10.000 Quadratmeter großes Grundstück von der evangelischen Kirchengemeinde Westerburg erworben und dem Schullandheimverein den Bau gestattet hatte. Seit den 1960er Jahren nutzten unzählige Solinger Schulen das Haus für Klassenfahrten. Besonders beliebt waren Winterfahrten zum Rodeln oder Abschlussfahrten der vierten Klassen.
Der besondere Reiz lag in der naturnahen Lage, den Freizeitmöglichkeiten auf dem Gelände sowie den zahlreichen Ausflugszielen in der Umgebung. Immer wieder unterstützten auch die Stadtsparkasse Solingen und die Gerd-Kaimer-Stiftung die Erweiterung und Modernisierung des Angebots.
30.000 Übernachtungen in 13 Jahren
Allein in den vergangenen 13 Jahren verbrachten durchschnittlich mehr als 600 Solinger Kinder pro Jahr fünf Tage im Westerwald. Insgesamt kamen so rund 30.000 Übernachtungen zusammen – etwa die Hälfte der Gesamtbelegung. Neben Schulklassen nutzten auch Familien, Vereine und Kirchengruppen das Heim.
Mit der Schließung endet ein Stück gelebte Solinger Bildungsgeschichte, die vielen Generationen unvergessliche Erlebnisse beschert hat.











