Bergisches Land – Der Bergische HC hat den erhofften Befreiungsschlag im Duell der Aufsteiger verpasst. Vor 2200 Zuschauern in der Klingenhalle unterlagen die Löwen dem GWD Minden deutlich mit 23:30 (8:13) – und müssen weiter auf den ersten Punkt seit ihrer Rückkehr in die DAIKIN HBL warten.
Starker Beginn – dann der Einbruch
In den ersten zehn Minuten deutete noch vieles auf ein enges Match hin. Das Tempospiel funktionierte, die ersten sieben Tore fielen zügig, und auch in der Deckung steigerte sich die Mannschaft, gestützt auf einige Paraden von Keeper Christopher Rudeck. Nach dem 7:7-Ausgleich durch Noah Beyer (11. Minute) aber brach das BHC-Spiel völlig ein. Bis zur Pause gelang nur noch ein Treffer – ein sehenswertes Dreher-Tor von Eloy Morante Maldonado.
Minden nutzte die Flaute konsequent aus. Vor allem Torhüter Malte Semisch brachte die BHC-Angreifer mit mehreren Paraden aus kurzer Distanz zur Verzweiflung. Mit einem 8:13-Rückstand ging es in die Kabinen.
Hoffnung nach der Pause – schnell zunichte gemacht
Nach Wiederbeginn schöpften die Gastgeber noch einmal Hoffnung. Morante, Beyer und Julian Fuchs verkürzten auf 11:13, Rudeck zeigte starke Paraden. Doch technische Fehler und Zeitstrafen ließen den Gegner wieder enteilen. Beim 13:20 war die Partie praktisch entschieden. Zwar kämpften sich die Löwen noch einmal auf 17:21 heran, doch Minden blieb souverän und spielte die Begegnung abgeklärt zu Ende.
Stimmen zum Spiel
Aaron Ziercke (Trainer GWD Minden): „Die Freude ist wirklich groß. Dieses Spiel war eines der wichtigsten, nachdem wir im letzten Jahr beide Duelle verloren hatten. Wir haben den BHC in Unsicherheit gebracht und mit Malte Semisch einen überragenden Rückhalt gehabt. Am Ende war es ein verdienter Sieg.“
Markus Pütz (Trainer Bergischer HC): „Wir haben vieles vermissen lassen. Vor allem vor der Pause haben wir im Angriff keine Tiefe gefunden. Nach dem Seitenwechsel hatten wir Chancen, das Momentum aber durch Fehler sofort wieder hergeschenkt. So reicht das nicht, um in der Bundesliga zu bestehen.“
Fabian Gutbrod (BHC-Kapitän): „Ich bin wahnsinnig enttäuscht. Wir haben genau das gezeigt, was wir nicht sein wollen: verunsichert, fehleranfällig, ohne Körpersprache. Das Spiel hat uns klar vor Augen geführt, dass wir uns schnell entwickeln müssen – sonst wird es sehr schwer.“
Fazit
Der BHC präsentierte sich erneut zu instabil und zu fehlerhaft, um in der stärksten Liga der Welt konkurrenzfähig zu sein. Minden nutzte die Schwächen gnadenlos aus und feierte einen Auswärtssieg, der in der Höhe verdient war. Für die Löwen bleibt nach diesem ernüchternden Abend die Erkenntnis: Der Kampf um die ersten Punkte nach dem Wiederaufstieg geht weiter – und er wird härter, als vielen lieb ist.











