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Regionales"Eltern haften für ihre Kinder?" – Auftakt des Schulpräventionsprogramms im Bergischen Land

„Eltern haften für ihre Kinder?“ – Auftakt des Schulpräventionsprogramms im Bergischen Land

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Bergisches Land – Ein Gerichtssaal als Klassenzimmerersatz? Nicht ganz – aber fast: Am 1. Oktober startete im Landgerichtsbezirk Wuppertal das neue Schulpräventionsprogramm „Jugendkriminalität, Strafmündigkeit und ihre Folgen“. Ziel ist es, Achtklässler für die Konsequenzen ihres Handelns zu sensibilisieren. Insgesamt 22 solcher Veranstaltungen sind für das laufende Schuljahr geplant.

Organisiert wird das Projekt vom Landgericht Wuppertal, der Staatsanwaltschaft und der Polizei. Dafür besuchen Richter, Staatsanwälte und Polizeibeamte die Schulen und sprechen direkt mit den Jugendlichen. „Mit 14 Jahren erreicht man die Strafmündigkeit. Vielen ist gar nicht bewusst, wie schnell man plötzlich für sein eigenes Tun einstehen muss“, erklärte ein Wuppertaler Richter beim Auftakt.

Überraschende Fragen aus dem Publikum

Dass das Thema die Jugendlichen bewegt, zeigte sich schnell. Immer wieder gingen Hände nach oben. Besonders großes Interesse weckte die Frage eines Schülers: „Wenn ein 13-Jähriger eine Straftat begeht – müssen dann nicht automatisch die Eltern haften? Schließlich steht das doch auf dem Spielplatz: ‚Eltern haften für ihre Kinder‘.“

Die Experten nutzten die Gelegenheit, um mit diesem Irrglauben aufzuräumen. „Dieses Schild bedeutet nicht, dass Eltern für jede Tat automatisch bezahlen müssen. Es weist lediglich auf ihre Aufsichtspflicht hin“, stellte ein Staatsanwalt klar.

Konkrete Beispiele mit großer Wirkung

Noch eindrücklicher wurden die Folgen strafbaren Handelns anhand realer Fälle. So berichtete ein Polizeibeamter von einem Zwölfjährigen, der eine Tankstelle in Brand setzte und dadurch einen Millionenschaden verursachte. Obwohl nicht strafmündig, musste der Jugendliche mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen, die ihn noch als Erwachsenen über viele Jahre belasten würden.

„Das hat uns echt schockiert“, meinte eine Schülerin nach der Veranstaltung. „Wir dachten immer, in dem Alter kann einem noch nicht so viel passieren.“

Nachhaltige Aufklärung im Schulalltag

Die Schulen hatten den Besuch im Unterricht vorbereitet und sollen die Themen auch im Nachgang weiter vertiefen. So soll die Prävention über den einzelnen Vormittag hinaus wirken.

Die erste Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig der direkte Austausch ist. „Die Jugendlichen haben ein enormes Bedürfnis nach Klarheit – und viele Fragen, die sie sonst vielleicht nie stellen würden“, betonte eine Polizeibeamtin.

Mit dem gelungenen Auftakt ist die Basis gelegt: In den kommenden Monaten werden die Teams weitere Schulen im Landgerichtsbezirk besuchen. Ziel bleibt es, frühzeitig über Jugendkriminalität aufzuklären – und dadurch Straftaten vorzubeugen.

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