Schwerpunkt 2025: Sexualisierte Übergriffe durch Kinder und Jugendliche – auch online ein wachsendes Problem
Was früher vor allem in persönlichen Begegnungen geschah, hat sich längst auf die digitale Welt ausgeweitet. Smartphones, soziale Netzwerke und Messenger-Dienste eröffnen neue Räume, in denen Grenzen überschritten und intime Inhalte verbreitet werden können. Die Formen dieser Übergriffe sind vielfältig:
- Weiterverbreitung intimer Aufnahmen: Bilder oder Videos, die im Vertrauen versendet wurden, gelangen ohne Zustimmung an Dritte.
- Heimliche, nicht-einvernehmliche Aufnahmen: Darunter fällt etwa „Upskirting“, also das heimliche Fotografieren unter Röcke oder in intime Bereiche.
- Fake-Nacktbilder: Durch technische Manipulation („Deep Nudes“) werden täuschend echte, aber künstlich erstellte Nacktbilder verbreitet.
Solche Handlungen sind nicht harmlos, sondern können strafbar sein. Das gilt sowohl für die Herstellung als auch für die Weitergabe der Inhalte. Auch der Besitz von Nacktaufnahmen Minderjähriger kann strafbar sein – unabhängig davon, ob sie freiwillig zugesendet oder über Social Media erhalten wurden.
Hinter jedem Bild steht ein Mensch
Fachleute betonen: Hinter jedem Bild, jeder Datei und jedem Video steht ein Opfer, das unter Angst, Scham und möglicherweise langanhaltender psychischer Belastung leidet. Deshalb gilt: Nicht teilen, sondern melden.
Wo Betroffene und Zeugen Unterstützung finden
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, verdächtige oder strafbare Inhalte zu melden – anonym oder mit Unterstützung:
- Anonyme Meldestellen:
Unter internet-beschwerdestelle.de können Inhalte von Plattformen und Chats gemeldet werden. Jede Meldung wird geprüft, strafbare Inhalte leitet die Stelle direkt an die Polizei weiter. - Cybergrooming melden:
Auf fragzebra.de/cybergrooming können Betroffene gezielt Fälle von Cybergrooming melden. - Direkt zur Polizei:
Anzeigen können persönlich, telefonisch unter 0202/284 0 (Kreispolizeibehörde Wuppertal) oder per E-Mail erstattet werden. - Unterstützung suchen:
Wer sich unsicher fühlt, kann eine Vertrauensperson hinzuziehen und den Vorfall gemeinsam melden.
Hilfen für Kinder und Jugendliche
Speziell für junge Menschen bieten Webseiten wie soundswrong.de und polizeifuerdich.de leicht verständliche Informationen über sexuelle Selbstbestimmung, Rechte und Handlungsmöglichkeiten.
Der Europäische Aktionstag erinnert jedes Jahr daran, dass Schutz und Aufklärung zentrale gesellschaftliche Aufgaben sind – und dass es Mut und Aufmerksamkeit braucht, um sexualisierte Gewalt zu verhindern. Jeder Hinweis, jede Meldung und jeder Schritt hin zu mehr Sensibilisierung kann dazu beitragen, Kinder und Jugendliche besser zu schützen.
Quellen: www.soundswrong.de und https://psg.nrw/weil-wissen-schuetzt/











