Hannover – Die Spieler des Bergischen HC warfen in Hannover alles in die Waagschale, was sie hatten – und standen am Ende doch mit leeren Händen da. Beim 30:34 (15:17) gegen die TSV Hannover-Burgdorf boten die Löwen eine kämpferisch mitreißende Leistung, mussten sich jedoch nicht nur der Effizienz des Gegners, sondern auch einer eigenen Verletzungsmisere geschlagen geben. Besonders bitter: Rechtsaußen Yannick Fraatz verletzte sich kurz vor der Pause am Knie und konnte nicht weiterspielen.
Dabei hatte das Spiel für die Gäste vielversprechend begonnen. Trotz der Ausfälle der Rückraumspieler Eloy Morante Maldonado und Elias Scholtes präsentierte sich der BHC von Beginn an konkurrenzfähig. Torhüter Lukas Diedrich setzte mit starken Paraden ein frühes Ausrufezeichen, die Deckung stand stabil und im Angriff nutzte das Team seine Chancen konsequent. Sören Steinhaus startete furios, und Johannes Wasielewski erhöhte nach gut 15 Minuten sogar auf eine Drei-Tore-Führung.
Doch das Duell blieb ein Wechselspiel der Momente. Mit zunehmender Spielzeit fanden auch die Gastgeber besser ins Match und bestraften jeden Fehler des BHC mit beeindruckender Konsequenz. Bis zum 15:15 blieb die Partie völlig offen, ehe ein Ballverlust von Renars Uscins und der anschließende vergebene Gegenstoß von Fraatz den Wendepunkt markierten. Beim Versuch, den Ball doch noch im Tor unterzubringen, stürzte der Rechtsaußen unglücklich – eine Knieverletzung zwang ihn sofort zur Aufgabe.
Ohne Fraatz ging der BHC mit 15:17 in die Pause und musste kurz nach Wiederbeginn sogar einen Vier-Tore-Rückstand verkraften. Doch die Löwen bewiesen Moral. Aron Seelig, Wasielewski und Nico Schöttle sorgten dafür, dass der Anschluss wiederhergestellt wurde. Besonders bejubelt wurde das Siebenmetertor von Noah Beyer zum 19:21: Es war sein 500. Treffer in der Bundesliga, bis Spielende erhöhte er seine Marke auf 503.
Mit dem eingewechselten Christopher Rudeck im Tor erkämpfte sich der BHC beim 21:22 erstmals wieder die Chance zum Ausgleich – ließ sie jedoch liegen. Hannover stellte erneut einen kleinen Vorsprung her, doch die Gäste blieben hartnäckig. Weder ein 22:25, noch ein 24:27 oder 26:29 brachte sie aus dem Konzept. Ein 3:0-Lauf durch Beyer, Steinhaus und den eingewechselten Julian Fuchs brachte den verdienten 29:29-Ausgleich.
Als der BHC kurz darauf sogar die mögliche Führung auf dem Gegenstoß verpasste, kippte das Momentum endgültig Richtung Hannover. Die Gastgeber trafen im Gegenzug zum 30:29, profitierten von einem weiteren BHC-Pfostentreffer und setzten sich in den Schlussminuten entscheidend ab. Unter dem zunehmenden Zeitdruck häuften sich die Fehlwürfe der bergischen Gäste, sodass die TSV mit 34:30 die Oberhand behielt.
Stimmen zum Spiel
BHC-Trainer Markus Pütz lobte trotz der Niederlage die Einstellung seiner Mannschaft:
„Die Jungs machen es wirklich super. Wir sind mit dem letzten Aufgebot hier und kämpfen uns immer wieder zurück. Chapeau! Das heute wären Bonuspunkte gewesen, aber die Leistung macht uns stolz. Jetzt hoffen wir, dass es bei Yannick nicht allzu schlimm ist.“
Hannovers Coach Christian Prokop zollte dem BHC großen Respekt: „Der BHC ist keine Laufkundschaft, sondern kämpft in jedem Spiel. Wir mussten extrem arbeiten für unsere Tore. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, aber auch an den BHC, der uns alles abverlangt hat.“
BHC-Routinier Fabian Gutbrod hob den kämpferischen Auftritt hervor – und die Tragik des Abends: „Es war ein sehr gutes Auswärtsspiel. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten, zwei vergebene Konter, ein paar Pfostenwürfe. Viel mehr schmerzt aber die mutmaßlich schwere Verletzung von Yannick. Wir werden lange auf ihn verzichten müssen – das tut weh.“
TSV Hannover-Burgdorf – Bergischer HC 34:30 (17:15)
Trotz der Niederlage nimmt der BHC viel Positives mit: Kampfgeist, Moral und ein Auftritt, der Mut für die kommenden Aufgaben macht – auch wenn der Abend von der Verletzung Fraatz’ überschattet wurde.











