Solingen – Der von der CDU angekündigte Antrag zur Änderung der Straßenordnung, mit dem das Lagern, Campieren und Übernachten in der Unterführung des Solinger Hauptbahnhofs künftig vollständig untersagt werden soll, stößt bei der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid auf deutliche Kritik. Nach Ansicht der Grünen löse ein solches Verbot das Problem der Wohnungslosigkeit nicht, sondern verschiebe es lediglich an andere Orte.
Die Fraktion fordert vielmehr mehr Unterstützung statt Verdrängung. Dazu zählen aus ihrer Sicht niedrigschwellige Zugänge zu Notunterkünften und langfristige Wohnperspektiven. Ein besonderes Augenmerk legen die Grünen auf die Situation obdachloser Menschen mit Haustieren – oft deren einzige soziale Bindung –, die in vielen Einrichtungen bislang nicht zugelassen sind. „Wer auf der Straße lebt, für den ist ein Tier oft Familie, Halt und Schutz zugleich“, erklärt Hilke Barenthien, 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Verbote seien aus ihrer Sicht daher ungeeignet, um die Lage der Betroffenen zu verbessern.
Auch die geplante Generalsanierung des Hauptbahnhofs ab 2026 rückt die Fraktion in den Fokus. Verbesserte Beleuchtung, eindeutige Orientierung und mehr Sauberkeit könnten den Bereich nachhaltig aufwerten und das Sicherheitsgefühl aller Nutzer stärken. „Eine aufgewertete Unterführung schafft Aufenthaltsqualität und wird zu einem freundlichen Eingangstor nach Solingen“, so Marco Saleik, Fraktionssprecher der Grünen.
Während die CDU auf klare Regelungen im öffentlichen Raum setzt, betonen die Grünen vor allem den Bedarf an Unterstützungsangeboten – lassen dabei aber offen, wie solche Maßnahmen kurzfristig konkret umgesetzt werden könnten. Die Debatte um den richtigen Umgang mit Wohnungs- und Obdachlosigkeit im Umfeld des Hauptbahnhofs dürfte daher weiter an Dynamik gewinnen.












