Solingen – Eigentlich war bei dem heutigen Jazzfrühschoppen in der Cobra-Kantine alles auf Liebe eingestellt. Die Jazzband JumpingBlue entführte ihr Publikum musikalisch in eine Zeit, in der große Gefühle und zeitlose Melodien den Ton angaben. Viele der gespielten Titel stammten aus der erfolgreichen Ära des klassischen Jazz – und fast alle erzählten von trauter Zweisamkeit, Sehnsucht und Romantik.
Schon mit dem eröffnenden Titel „I’m Walking“ von Fats Domino wurde deutlich, wohin die Reise gehen sollte. Mit spürbarer Spielfreude präsentierten die fünf Musiker ein abwechslungsreiches Programm, das souverän zwischen Bossa Nova, Swing und Rock-Jazz pendelte. Ergänzt wurde das Repertoire durch gefühlvolle Balladen, die dem Vormittag eine melancholische Note verliehen. Besonders eindrucksvoll gelang dies mit „Since I Fell for You“, das einst von Al Jarreau zu einem großen Erfolg gemacht wurde.
Neben bekannten Klassikern hatte die Band auch eine Eigenkomposition im Gepäck. Mit „Spur im Sand“ erklang ein musikalisches Stück, das gekonnt zwischen Swing- und Latin-Grooves wechselte und beim Publikum sofort Anklang fand.
Saxophonist Klaus Jakobi erinnerte vor allem in den Bossa-Nummern mit seinem weichen, warmen Ton stark an Stan Getz. Seine Interpretation von „The Girl from Ipanema“ ließ den legendären Sound der Jazzgeschichte lebendig werden. Im Song „Take Five“ wechselte Jacobi schließlich zum Altsaxophon und ließ Paul Desmonds berühmtes Spiel noch einmal aufblitzen.
Im Zusammenspiel mit Markus Klein an der Posaune entwickelte sich eine besondere klangliche Kraft. Beide Instrumente ergänzten sich hervorragend und sorgten für spannende musikalische Dialoge. Markus Klein überzeugte zudem als Sänger, der seine Stimme flexibel der Dynamik der Titel anpasste – mal blues-like zurückhaltend, dann wieder kraftvoll und ausdrucksstark. Immer wieder bereicherte er die Stücke mit Scat-Gesang und griff bei einigen Titeln zusätzlich zur Bluesharp.
Für das harmonische Fundament und zahlreiche explosive Soli sorgte Heinz-Peter Reidmacher, während Peter Dilling und Jürgen Schmidt dem Ensemble den nötigen rhythmischen Untergrund gaben und den Groove zuverlässig in die Runde trugen.
Dem Publikum war deutlich anzumerken, dass viele der gespielten Titel bestens bekannt waren. Zahlreiche Füße wippten im Takt, Köpfe nickten, und ein zufriedenes Lächeln lag auf vielen Gesichtern. An diesem Morgen durften musikalisch Größen wie Frank Sinatra, Bill Withers oder Ray Charles noch einmal auferstehen – sehr zur Freude der zahlreichen Jazzliebhaber in der Cobra-Kantine.
Der Jazzfrühschoppen erwies sich damit als stimmungsvoller Treffpunkt für Freunde handgemachter Musik und unterstrich eindrucksvoll, warum diese Konzertreihe so großen Zuspruch findet.












