Kassel – Der Bergische HC hat den Auftakt der englischen Woche gegen die MT Melsungen verloren. Beim 28:33 (14:16) in der Kasseler Rothenbach-Halle hielten die Löwen über weite Strecken gut mit, mussten sich am Ende jedoch geschlagen geben – vor allem, weil sie zu viele klare Chancen ungenutzt ließen. Bereits am Donnerstag bietet sich jedoch die Gelegenheit zur Revanche: Dann empfängt der BHC die Nordhessen um 19.00 Uhr in der Wuppertaler Unihalle im Viertelfinale des DHB-Pokals. Es geht um das begehrte Ticket zum Final Four.
Dabei bewiesen die Bergischen schon im ersten Duell, dass die Aufgabe keineswegs aussichtslos ist. Mit einem 3:0-Start durch Johannes Wasielewski, Sören Steinhaus und Nico Schöttle legten sie schwungvoll los, gaben die Führung jedoch schnell wieder aus der Hand. Ein 0:6-Lauf der Gastgeber, begünstigt durch mehrere Paraden von MT-Torhüter Kristof Palasics, drehte die Partie. Doch der BHC ließ sich nicht aus dem Konzept bringen: Aron Seesing beendete nach fast elf torlosen Minuten die Flaute, mehrfach kämpften sich die Gäste bis auf ein Tor heran.
In der Defensive stand der BHC ordentlich, Christopher Rudeck steuerte wichtige Paraden bei. Offensiv erspielten sich die Löwen zahlreiche Möglichkeiten, fanden aber selten in einen konsequenten Rhythmus. Immer wieder war Palasics zur Stelle. Mit einem 14:16-Rückstand ging es in die Pause, wobei Rubén Marcháns Treffer zum 16:13 für Melsungen nach umstrittener Kreisszene für Diskussionen sorgte. Nico Schöttle zeigte sich davon unbeeindruckt und erzielte mit einem spektakulären Wurf aus rund zwölf Metern kurz vor der Sirene einen echten Hingucker.
Nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber fast acht Minuten ohne Torerfolg. Rudeck hielt stark, die Abwehr provozierte Fehler – doch auch der BHC nutzte diese Phase nicht ausreichend. Abgesehen vom frühen 15:16 durch Noah Beyer landeten zu viele Bälle neben oder über dem Tor, hinzu kamen technische Fehler. Zwar glich Beyer per Siebenmeter aus, doch die große Chance, sich abzusetzen, blieb ungenutzt.
Bis zum 19:19 war alles offen, dann wurde eine Melsunger Zeitstrafe nicht konsequent genug genutzt. Nach dem Ende der Überzahl fanden die Nordhessen zurück in ihren Rhythmus, zogen auf 24:20 davon und stellten damit die entscheidenden Weichen. Auch ein Torwartwechsel brachte nicht die erhoffte Wende. Immerhin ließen sich die Löwen nicht abschütteln, zudem sammelten der genesene Soeren Servos sowie A-Jugend-Spieler Justus Püttmann noch wertvolle Einsatzminuten.
„Das Spiel ist relativ schnell auserzählt. Wir sind gleichwertig. Der Unterschied ist die Chancenverwertung“, brachte Sportlicher Leiter Fabian Gutbrod die Partie auf den Punkt. Trainer Markus Pütz blickte trotz der Niederlage nach vorn: „Bis zur 43. Minute ist es ausgeglichen. Dann nutzen wir eine Überzahl leider nicht – das ist eine schwere Hypothek. Aber wir nehmen viele Dinge mit und freuen uns auf Donnerstag. In der ausverkauften Unihalle wollen wir es besser machen.“
MT-Coach Roberto Garcia Parrondo lobte den Gegner: „Der BHC hat gut gespielt – mit viel Intensität. Für heute sind wir froh, aber am Donnerstag ist es eine neue Aufgabe.“












