von Kay Ganahl – In der Gesellschaft kommt es überall vor.
Wer es persönlich an sich selbst erlebt hat, an Psyche oder/und Physis, kennt es dann zu seinem Leidwesen bestens, und es lässt ihn so schnell nicht mehr los. Schon deshalb wird längst nicht immer darüber gesprochen. Während es geschieht, wird es von den Menschen, die negativ betroffen sind, zunächst nur ertragen. Später stellt sich oftmals heraus, dass sie ärztlichen Rat und Behandlung brauchen. Das Sich-Erinnern ist eher eine Qual.
Wovon die Rede ist, ist eine Gefahr für Psyche und Physis des Menschen! Fast ist es eine Volkskrankheit, die kaum jemand als solche wirklich ernst zu nehmen scheint, zu nennen. Bis heute ‒ trotz Wissenschaft und Forschung! Es wird wohl in seiner negativen Bedeutung unterschätzt, besonders von denen, die es eben nicht an sich selbst, auch nicht als Zeugen, je erfahren haben. Für sie ist es schwer nachvollziehbar. Oder aber sie üben es sogar aus.
Viel zu oft regiert das Schweigen, dasselbe hüllt derlei Vorfälle ein; Tatsachen und Wahrheiten werden vertuscht; von Opfern ist oft nicht die Rede – als könnte es sie gar nicht geben! Verharmlosungsstrategien werden von Tätern praktiziert. Sie sind meist hinterhältig und gewieft, wissen genau, was sie „sich leisten“ können, ohne Folgen des Handelns persönlich tragen zu müssen. Also eventuell sogar strafrechtlich belangt zu werden.
Es besteht Gefahr
Gefahr? Die Gefahr tritt an den Seiten, meist unauffällig, ja unsichtbar auf. Buchstäblich überall! So sind die Zeitpunkte des Auftretens dieser Gefahr, in bestimmten Situationen, selten vorherzusehen. Oft gibt es keine Hinweise oder Anzeichen.
Worum es genau geht …? Gründe und Argumente für entsprechendes feindseliges Verhalten gegen bestimmte Personen werden meist erst gar nicht mitgeteilt.
Warum auch begründen? Das wird schnell deutlich: Es geht um den Erfolg des hier gemeinten Verhaltens, welches nur als zerstörerisch bezeichnet werden kann.
Opfer? Ja! Und wo Opfer sind, gibt es auch Täter. Nichts kommt einfach so, also ohne tatsächlich auch benennbare handelnde Personen, die aus bestimmten Gründen handeln. Sobald eine Gefahr als solche identifiziert worden ist, muss dann auch in dieser Richtung gedacht und gehandelt werden, um Schlimmes zu verhindern –
Was und wer genau?
Was und wer dahintersteckt, ist aber – eventuell auch längere Zeit – meistens unklar. Welche Ziele, vielleicht ganz sachliche, mit diesem Verhalten erreicht werden sollen, liegt oft länger im Dunkeln, auch wenn es um die Erfüllung von bestimmten Zwecken geht.
Es kommt häufig „aus heiterem Himmel“. Oder aber es hat sich mehr oder weniger unauffällig angekündigt, so dass darauf auch zügig reagiert werden kann, damit es erst gar nicht zur Entfaltung kommt. Dazu müssen aber Verhaltensweisen als Gefahren erkannt werden, die auch negative Folgen zeitigen. Sie können komplex, unübersichtlich sein. Zudem können sie von größerer negativer Relevanz für diejenigen sein, die diese Folgen zu ertragen haben.
Es handelt sich um Verhaltensweisen, die auch schon wissenschaftlich analysiert wurden. Um solche, die seit Menschengedenken durchgeführt werden, doch unter den Menschen leider auch auf Akzeptanz stießen – bis heute wohl auch noch stoßen.
Deshalb ist die Frage zu stellen: Müssen manche Menschen sich so zu Lasten anderer verhalten, die zu Objekten gemacht wurden?
Gut und Böse
Denn: Die Güte des Menschen, jegliches Humandenken, scheinen manches Mal verloren gegangen zu sein. Oder hat es das niemals gegeben? Alles nur Einbildung? Naivität?
Falls die Güte des Menschen verloren gegangen sein sollte, dann könnte es sein, dass das Leben der Menschen in der Gesellschaft grundsätzlich zu hinterfragen wäre. Sehr viele von ihnen erwecken nur zu gern den Eindruck der Unschuld. Aber sind sie es denn wirklich? Das ist konkret zu überprüfen. Die Annahme ist hier, sehr viele Menschen wären dazu fähig, ihren Mitmenschen massiv zu schaden, sie an den psychischen Abgrund zu drängen und auch nur zu gern diesen hinabzustoßen. Natürlich ist die Vorstellung bezüglich Abgrund von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Und auch, was überhaupt ein Schaden ist … Alles wäre im Einzelnen zu sehen und zu überprüfen: unter dem Diktum der wissenschaftlichen Sachlichkeit.
Grundsätzlich gibt es einzelne Handelnde, die ihr Handeln zu verantworten haben, auch solche, die schuldhaft handeln, weil da nämlich Menschen leben, die als Opfer anzusehen sind. Opfer eines konkret-tatsächlichen Handelns.
Folgen
Das Verhalten, wovon die Rede ist, könnte weiter um sich greifen, ganz selbstverständlich normal werden und normal bleiben, weil es ja auch viel zu oft im Nebel sich begibt, statt entschlossen gezielt ans Licht gezogen zu werden, um es der Kritik und vor allem auch den Verantwortlichen zu übergeben, die für rechtliche Konsequenzen zuständig sind.
Letztlich wird die Gewalt – in welcher Ausprägung und mit welchen Mitteln, Methoden und aufgrund welcher Motive auch immer – gegen einzelne, meist ganz unschuldige Menschen, bloß so ein mehr oder minder als bittere Notwendigkeit angesehenes Handeln, Tun und Verhalten.
Ja. Du auch? Bist du ein Opfer?!
Ich nämlich bestimmt. Es geht immer so weiter. Die kommen, agieren – und das war es. Man merkt kaum etwas davon. Sie sind plötzlich da! Dann, sehr schnell, sind sie auch wieder weg.
Fortsetzung folgt.
Redaktioneller Hinweis
Der zweite Teil des Artikels folgt in Kürze in den Solinger Nachrichten.
Der Text wurde in dem Buch „Neue Essays. Die Durchdringung“ von Kay Ganahl im Jahre 2023 erstmals veröffentlicht. Hier wird eine leicht überarbeitete Fassung veröffentlicht.
Links:
https://buchshop.bod.de/neue-essays-kay-ganahl-9783758303104
https://www.kayganahlschriftsteller.de












