Solingen – Eine arbeitsintensive, aber insgesamt vergleichsweise ruhige Silvesternacht liegt hinter der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Solingen. Zwischen 19.00 Uhr am 31. Dezember und 7.00 Uhr am Neujahrsmorgen rückten die Einsatzkräfte zu insgesamt 14 Brandeinsätzen und technischen Hilfeleistungen sowie zu 35 Einsätzen im Rettungsdienst aus. Hauptursache vieler Feuerwehreinsätze war erneut der unsachgemäße Umgang mit Feuerwerkskörpern.
Brennpunkt Hasselstraße: Müllcontainer angezündet
Besonders auffällige Vorfälle ereigneten sich im Bereich der Hasselstraße. Nach Angaben der Polizei rollten drei bislang unbekannte Täter mehrere große Müllcontainer auf die Fahrbahn und zündeten diese mithilfe eines Brandbeschleunigers an. Die Täter flüchteten unerkannt.
Rund um die brennende Barrikade versammelten sich zeitweise zahlreiche Schaulustige. Dank der deutlichen Polizeipräsenz konnte die Feuerwehr jedoch ungehindert arbeiten und den Brand schnell löschen. Zu Angriffen auf Einsatzkräfte kam es in diesem Jahr nicht, was die Behörden ausdrücklich der starken Präsenz von Polizeikräften zuschreiben.
Ebenfalls an der Hasselstraße gerieten mehrere Gegenstände auf einem Balkon durch fehlgeleitete Feuerwerkskörper in Brand. Auch hier verhinderten Feuerwehr und Polizei rasch eine weitere Ausbreitung.
Werkstattbrand und brennendes E-Auto
Ein weiterer größerer Einsatz wurde gegen 1.20 Uhr auf der Schlachthofstraße gemeldet. In einem Gewerbebetrieb brannte ein Bereich der dortigen Werkstatt. Die Feuerwehr konnte den Brand unter Kontrolle bringen; die Ermittlungen zur Ursache liegen bei der Polizei.
Auf der Walder Straße stand ein Elektrofahrzeug in Flammen. Auch hier verhinderten die Einsatzkräfte ein Übergreifen auf umliegende Gebäude und Fahrzeuge.
Verletzungen durch Feuerwerk
Der Rettungsdienst versorgte in der Silvesternacht drei Personen mit chirurgischen Verletzungen, die durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern entstanden. Zudem kam es zu mehreren Einsätzen, die ebenfalls direkt mit den Feierlichkeiten rund um den Jahreswechsel in Verbindung standen.
Starke Unterstützung durch Freiwillige Feuerwehr und Hilfsorganisationen
Um das erhöhte Einsatzaufkommen zu bewältigen, wurden mehrere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr alarmiert:
- Löschzug 1 (Ohligs)
- Löschzug 5 (Böckerhof)
- Löschzug 6 (Gräfrath)
sowie die Informations- und Kommunikationseinheit, die zusätzliche Sonderfahrzeuge besetzte.
Auch die Vorhaltung im Rettungsdienst wurde verstärkt – unter anderem durch zusätzliche Kräfte von DRK, Johannitern und Maltesern, die weitere Rettungs- und Krankentransportwagen in Dienst stellten. Die integrierte Feuerwehrleitstelle Solingen/Wuppertal wurde ebenfalls personell aufgestockt, um das überdurchschnittlich hohe Anrufaufkommen zu bewältigen.
Polizei: Einsatzaufkommen erwartbar hoch
Die Polizei hat nach eigenen Angaben noch keinen vollständigen Überblick über die Gesamtzahl ihrer Silvestereinsätze. Ein Sprecher teilte jedoch mit, dass das Einsatzaufkommen „erwartbar hoch“ gewesen sei – wie in den Vorjahren auch rund um den Jahreswechsel.
Dank an die Bevölkerung
Die Feuerwehr Solingen bedankt sich in ihrer Bilanz ausdrücklich bei der Solinger Bevölkerung: Durch umsichtigeres und verantwortungsbewussteres Verhalten sei die Zahl der Einsätze im Vergleich zu früheren Jahren moderater ausgefallen.
Die Ermittlungen zu den vorsätzlichen Bränden auf der Hasselstraße liegen bei der Polizei.












