- Anzeige -spot_img
- Anzeige -spot_img
- Anzeige -spot_img
- Anzeige -spot_img
- Anzeige -spot_img
Blaulicht24 Stunden Nervenkrieg auf eisigem Autohaus-Dach: SEK beendet Ausnahmezustand in Solingen

24 Stunden Nervenkrieg auf eisigem Autohaus-Dach: SEK beendet Ausnahmezustand in Solingen

- Anzeige - spot_img

Solingen – Ein gescheiterter Fahrraddiebstahl hat am Montagnachmittag in der Solinger Innenstadt einen außergewöhnlich lang andauernden Großeinsatz ausgelöst. An der Schlagbaumer Straße hielt sich seit ein 35-jähriger Mann auf dem Dach eines Autohauses auf und entzieht sich über fast 24 Stunden dem Zugriff der Polizei.

Zahlreiche Einsatzkräfte sind im Bereich Wasserturm in Bereitstellung (Foto: Lars Schulz)

Der 35-jährige Mann ist polizeibekannt und soll sich in einer psychischen Ausnahmesituation befinden. Dies bestätigte ein Polizeisprecher in einem telefonischen Gespräch mit den Solinger Nachrichten.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Mann am Montag gegen kurz nach 13.00 Uhr versucht, in einer benachbarten Kleingartenanlage ein Fahrrad zu stehlen. Als der Diebstahl misslang und die von Zeugen alarmierten Polizeikräfte eintrafen, flüchtete er, überwand einen Zaun und gelangte auf bislang nicht näher geklärte Weise auf das schräg geneigte Dach des angrenzenden Autohauses.

Einsatzkräfte des SEK und der Verhandlungsgruppe versuchen über die Drehleiter der Feuerwehr Kontakt zum dem 35-jährigen Mann auf dem Dach aufzunehmen (Foto: Lars Schulz)

Dort spitzte sich die Lage dann zu. Das Dach ist erheblich schneebedeckt und vereist, die Temperaturen liegen im frostigen Bereich. Ein unmittelbares Vorgehen durch die EInsatzkräfte wurde daher als lebensgefährlich eingeschätzt. Sowohl für den Mann selbst als auch für Einsatzkräfte bestand, z.B. bei einem Ausrutschen auf dem Schrägdach, akute Lebensgefahr.

Zusätzlich bereitet der Zustand des Gebäudes den Einsatzkräften Sorgen: Es handelt sich um einen älteren Bau, dessen Tragfähigkeit nicht eindeutig bekannt ist. Weitere Personen auf dem Dach könnten daher die Statik erheblich beeinträchtigen.

Der Bereich um die Einsatzstelle war zeitweise weiträumig abgesperrt. Im Hintergrund ist die Drehleiter der Feuerwehr an der linken Seite der Werkstatthalle zu sehen. (Foto: Lars Schulz)

Seit Montagmittag um 13.00 Uhr waren Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Spezialeinsatzkräfte (SEK) sowie eine Verhandlungsgruppe im Einsatz. Das Umfeld des Autohauses wurde zwischenzeitlich wiederholt weiträumig abgesperrt, Einsatzfahrzeuge und Technik wurden in Stellung gebracht. Spezialkräfte positionierten sich unter anderem auf einem Baugerüst und über eine Drehleiter. Vorsorglich hielt die Feuerwehr zudem zwei Sprungkissen bereit.

Am späten Montagabend versuchte dann eine Verhandlungsgruppe, über die Drehleiter Kontakt zu dem Mann aufzunehmen. Rund zwei Stunden lang sprachen Einsatzkräfte auf den 35-Jährigen ein, ohne ihn zur Aufgabe bewegen zu können. Auch in den folgenden Stunden setzten Polizei und Feuerwehr ihre Gesprächsversuche fort. In der Nacht zogen sich Teile der Einsatzkräfte zeitweise zurück, um dem Mann Raum zu geben und auf eine freiwillige Aufgabe zu hoffen – zunächst ohne Erfolg.

Ein SEK-Beamter hat auf einem Baugerüst neben dem Autohaus Stellung bezogen und beobachtet die Situation auf dem gegenüberliegenden Dach (Foto: Lars Schulz)

Die Lage vor Ort wurde derzeit stabil gehalten, ein sicherer Zugriff war weiterhin unmöglich. Zur Unterstützung wurde zwischenzeitlich ein spezielles Einsatzfahrzeug des SEK an die Schlagbaumer Straße gebracht. Es handelte sich dabei um ein besonders großes, stark gepanzertes Fahrzeug auf Grundlage eines Ford F-550 Super Duty 4X4 mit Spezialumbau, das für hochgefährliche Einsatzlagen vorgesehen ist und über ein besonderes MARS-Rampensystem verfügt. Nähere Details zu diesem einzigartigen Spezialfahrzeug bleiben offiziell unter Verschluss.

Mit einem polizeilichen Zugriffskonzept (insbesondere mit Blick auf die Statik der unterschiedlichen Dachbereiche) konnte der Mann dann von Polizeibeamten der Spezialeinheit am Vormittag gegen 10.35 Uhr auf dem Dach fixiert und unverletzt heruntergebracht werden. Der polizeibekannte 35-Jährige wurde leicht unterkühlt in ein Krankenhaus verbracht, eine weitere psychologische Untersuchung ist geplant.

Zwischenzeitlich trafen auch Kamerateams mehrerer Fernsehsender vor Ort. Der Einsatz stößt über die Stadtgrenzen hinaus auf großes mediales Interesse. Weitere Informationen zum Einsatzgeschehen will die Pressestelle der Polizei Wuppertal zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

- Anzeige -
- Anzeige - spot_img

Weitere Nachrichten