Mettmann – Erst ein Schreiben im Internet machte die Sicherheitsbehörden aufmerksam: In Erkrath bei Düsseldorf ist ein Anschlag auf ein Umspannwerk verübt worden, der jedoch ohne Folgen blieb. Die Tat wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft von einer linksextremistischen Gruppierung für sich reklamiert und wird inzwischen als Sabotageakt gegen kritische Infrastruktur bewertet.
Nach Auskunft von Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Wuppertal hatten Polizei und Justiz zunächst keine Kenntnis von dem Vorfall. Die Lage änderte sich erst, als auf der Plattform Indymedia ein Bekennerschreiben auftauchte. Darin bekannte sich das sogenannte „Kommando Angry Birds“ zu der Aktion. In der Folge überprüften Einsatzkräfte das Gelände des Umspannwerks und entdeckten dort einen Brandsatz, der offenbar nicht gezündet hatte.
Die Verfasser des Schreibens erklärten, der Angriff liege bereits einige Zeit zurück. Man habe bewusst einen Zeitraum mit milden Temperaturen gewählt, um mögliche Auswirkungen eines Stromausfalls für Anwohner gering zu halten. Zudem sei das Ziel gezielt in einem Industriegebiet ausgesucht worden. Als Begründung führten sie eine aus ihrer Sicht unerträgliche Belastung der Bevölkerung durch Umweltgifte an und schrieben: „Unsere Grenzen sind überschritten.“
Die Ermittlungsbehörden stufen den Vorfall als politisch motivierten Sabotageakt ein. Auch weil es sich um ein Umspannwerk handelt, rückt der Angriff in den Bereich der Bedrohung kritischer Infrastruktur – ein Themenfeld, das Sicherheitsbehörden seit einiger Zeit besonders beschäftigt.
Das „Kommando Angry Birds“ ist den Ermittlern nicht unbekannt. Bereits Ende Juli hatte die Gruppierung einen Anschlag auf eine zentrale Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich beansprucht. Der aktuelle Fall passt damit in ein Muster wiederholter Aktionen gegen Verkehrs- und Energieeinrichtungen.
Zugleich steht der Vorfall nicht für sich allein. Erst vor wenigen Tagen kam es in Berlin zu einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke, der mutmaßlich ebenfalls linksextremistisch motiviert war. In mehreren Stadtteilen im Südwesten der Hauptstadt fiel daraufhin tagelang der Strom aus. Der misslungene Anschlag in Erkrath bei Düsseldorf reiht sich damit in eine Serie von Angriffen ein, die bundesweit für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen.












