Tarifverhandlungen der Länder erneut ohne Angebot
Potsdam/NRW – Nachdem die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst der Länder kein Angebot vorgelegt haben, kündigt die Gewerkschaft ver.di NRW eine Fortsetzung und Ausweitung der Warnstreiks in den kommenden Wochen an. Bereits in dieser Woche hatten Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen mit mehreren Arbeitsniederlegungen ihren Unmut über die stockenden Verhandlungen deutlich gemacht.
Gewerkschaft kritisiert Arbeitgeber scharf
„Die Arbeitgeber haben in Potsdam erneut kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt – damit wird der öffentliche Dienst der Länder nicht attraktiver“, erklärte Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di NRW. Ein leistungsfähiger öffentlicher Dienst sei keine Selbstverständlichkeit, sondern die Grundlage eines funktionierenden und demokratischen Staates. „Wer hier weiter auf Zeit spielt, verschärft den Personalmangel und gefährdet die öffentliche Daseinsvorsorge.“
Warnstreiks zeigen Wirkung
Nach Angaben der Gewerkschaft hätten die bisherigen Warnstreiks bereits spürbaren Druck entfaltet. Die Beschäftigten hätten ein klares Signal gesendet: Ohne ein faires Angebot werde es kein Zurück zum normalen Arbeitsalltag geben. ver.di kündigte an, den Druck in den kommenden Wochen weiter zu erhöhen.
Dritte Verhandlungsrunde im Februar
Zuvor hatten ver.di und die Tarifgemeinschaft der Länder am Donnerstag und Freitag in Potsdam vergeblich versucht, eine Einigung zu erzielen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11. Februar angesetzt.
Das fordert ver.di
ver.di verlangt für die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder – darunter etwa 925.000 Tarifbeschäftigte – eine Gehaltserhöhung von 7%, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro steigen, zudem fordert die Gewerkschaft ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Auch studentische Beschäftigte sollen ein tariflich garantiertes Mindeststundenentgelt erhalten. Darüber hinaus verlangt ver.di die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozent.
Übertragung auf Beamte gefordert
Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Außerdem fordert die Gewerkschaft die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamte sowie auf Versorgungsempfänger der Länder.
Gemeinsame Verhandlungsführung
ver.di führt die Tarifverhandlungen als Verhandlungsführerin auch für die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW und IG BAU.











