Solingen – Die Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. (BfS) verfolgt die aktuelle Diskussion um die zukünftige Nutzung des Kersting-Hauses an der Kölner Straße mit großem Interesse. Seit dem Sommer 2025 steht die zentral gelegene städtische Immobilie leer – ein Zustand, der aus Sicht der BfS weder städtebaulich noch finanzpolitisch länger tragbar ist.
Schlüsselimmobilie für die Innenstadt
Das Kerstinghaus gilt als Schlüsselimmobilie für die Entwicklung der Solinger Innenstadt. Durch seine prominente Lage am Graf-Wilhelm-Platz komme ihm eine besondere Bedeutung zu. Entsprechend dürfe die Entscheidung über eine neue Nutzung nicht allein verwaltungsintern oder parteipolitisch getroffen werden, betont die BfS.
Jugendcafé nur eine von mehreren Optionen
Die von SPD und Grünen ins Gespräch gebrachte Idee eines Jugendcafés sei zwar ein möglicher Ansatz, dürfe jedoch nicht die einzige Option bleiben. Stattdessen fordert die Bürgergemeinschaft eine breite und transparente Bürgerbeteiligung, bevor ein endgültiges Nutzungskonzept festgelegt wird.
Die Bürgerschaft soll mitentscheiden
„Die Menschen in Solingen sollen die Möglichkeit erhalten, ihre Wünsche, Ideen und Bedürfnisse für diese kommunale Immobilie einzubringen“, erklärt Daniela Winter, Ratsfrau und Bezirksvertreterin Mitte der BfS. Dies gelte insbesondere für Anwohner, Gewerbetreibende, Jugendliche, Vereine und Initiativen aus der Innenstadt.
„Wenn die Stadt das Kerstinghaus mit dem Ziel erworben hat, die Innenstadt zu beleben und die Aufenthaltsqualität zu verbessern, dann muss sie jetzt auch die Bürgerschaft aktiv in die Entscheidungsfindung einbeziehen“, so Winter weiter. Eine offene Beteiligung könne dazu beitragen, Akzeptanz zu schaffen, Fehlentwicklungen zu vermeiden und ein langfristig tragfähiges Nutzungskonzept zu entwickeln.
Forderung nach transparentem Verfahren
Auch der BfS-Fraktionsvorsitzende Jan Michael Lange mahnt ein zügiges, aber sorgfältiges Vorgehen an. Angesichts der laufenden Kosten für den Leerstand erwarte man ein strukturiertes Verfahren. „Bürgerbeteiligung darf kein Alibi sein, sondern muss ernsthaft organisiert und ausgewertet werden“, betont Lange. Denkbar seien unter anderem öffentliche Workshops, Online-Beteiligungsformate oder eine Ideenwerkstatt zur Zukunft des Kerstinghauses.
Appell an Politik und Verwaltung
Abschließend appelliert die BfS an Verwaltung und Politik, das Gebäude nicht erneut zu einem Beispiel für gescheiterte Konzepte werden zu lassen. Stattdessen solle gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine Nutzung entwickelt werden, die der Solinger Innenstadt nachhaltig zugutekommt.











