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RegionalesWupperverband investiert massiv in Klimaanpassung, Infrastruktur und Digitalisierung

Wupperverband investiert massiv in Klimaanpassung, Infrastruktur und Digitalisierung

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Wasserwirtschaft für die Zukunft rüsten

Bergisches Land – Der Wupperverband richtet seine Wasserwirtschaft konsequent auf die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte aus. Beim Jahresauftakt-Pressegespräch am 28. Januar in Wuppertal stellten Vorstand Ingo Noppen und sein ständiger Vertreter Thomas Klein die zentralen Projekte und Investitionen für 2026 und die Folgejahre vor.

„In den kommenden Jahren stehen zahlreiche Bau- und Modernisierungsmaßnahmen an unseren Anlagen an – von Kläranlagen über Talsperren bis hin zu Gewässerprojekten“, erklärte Ingo Noppen. Ziel sei es, die Daseinsvorsorge und den Umweltschutz langfristig zu sichern. Dabei spiele die Anpassung an den Klimawandel ebenso eine Rolle wie Energiemanagement, Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Cybersicherheit.

600 Millionen Euro für Abwasserinfrastruktur

Ein Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der Siedlungswasserwirtschaft. Bis 2032 plant der Verband Investitionen in Höhe von rund 600 Millionen Euro für seine 11 Kläranlagen, Abwassersammler, Regenbecken und die Schlammverbrennungsanlage. Die Anlagen werden modernisiert, technisch weiterentwickelt und energieeffizienter gestaltet.

Zu den Großprojekten zählen der Neubau einer innovativen Kläranlage in Leverkusen, dessen erster Bauabschnitt – vorbehaltlich der Genehmigung – noch in diesem Jahr starten soll, sowie der Neubau der Klärschlammverbrennungsanlage in Wuppertal-Buchenhofen. Für die Sanierung der Kläranlage Wermelskirchen liegt bereits die Genehmigung vor, der Baubeginn ist für das Frühjahr vorgesehen.

Digitalisierung stärkt Betriebssicherheit

Parallel dazu treibt der Wupperverband die Digitalisierung voran. Kernprojekt ist die Vereinheitlichung der Prozessleittechnik an den Anlagen. Ziel ist eine sichere, automatisierte und vernetzte Steuerung, die den Betrieb effizienter macht und gleichzeitig die Informationssicherheit erhöht.

Die Trinkwassertalsperren des Verbands verfügen bereits über das neue System. An den Kläranlagen wurde die Umstellung in Odenthal abgeschlossen, in Burg läuft sie derzeit.

Bauprojekte an der Bever-Talsperre

Auch an den Talsperren wird investiert. An der Bever-Talsperre, der zweitgrößten Brauchwassertalsperre des Verbands, werden mehrere Maßnahmen umgesetzt. Ab Sommer 2026 soll die Entwässerung des Staudamms verbessert werden. Zudem beginnt in diesem Jahr der Bau eines neuen Betriebsgebäudes für Betrieb und Instandhaltung.

Mehr Natur an Wupper und Nebenbächen

Ein weiteres zentrales Aufgabenfeld ist die ökologische Entwicklung der Gewässer. In Wipperfürth sind für den Sommer 2026 an der Wipper Aufweitungen, Strukturverbesserungen und Baumpflanzungen geplant.

In Wuppertal startet mit dem Projekt am Hardtufer der letzte Abschnitt zur naturnahen Umgestaltung des Stadtflusses. Nach Abschluss im Jahr 2027 werden rund 15 Kilometer Wupper ökologisch aufgewertet sein – ein Gemeinschaftsprojekt von Verband, Stadt und Anliegern.

Hochwasserschutz als Generationenaufgabe

Mit seinem Zukunftsprogramm Hochwasserschutz reagiert der Wupperverband auf zunehmende Extremwetterereignisse. Rund 200 Maßnahmen sind in Zusammenarbeit mit den Mitgliedskommunen geplant. Die Umsetzung wird voraussichtlich 20 Jahre dauern und Investitionen von bis zu 250 Millionen Euro erfordern.

Bisher sind 21 Projekte abgeschlossen, 46 befinden sich in Bearbeitung. Dazu gehören neue Messstationen, Sanierungen von Rückhaltebecken, Uferschutzmaßnahmen und Forschungsprojekte wie das Bergische Hochwassermeldesystem.

Für 2026 sind unter anderem die Sanierung der Hochwasserrückhaltebecken Freibad in Schwelm und Ostersiepen in Wuppertal vorgesehen. In Leverkusen soll die Entwurfsplanung für den Ophovener Weiher abgeschlossen werden.

Flexible Bewirtschaftung der Talsperren

Die Bewirtschaftung der Talsperren bleibt angesichts von Dürre- und Hochwasserperioden eine Herausforderung. Nach dem intensiven Dürremanagement 2025 liegen die aktuellen Füllstände unter dem Durchschnitt. Entscheidend für die kommenden Monate sind ausreichende Niederschläge vor Beginn der Vegetationsphase.

Mit einer flexiblen Steuerung reagiert der Verband auf wechselnde klimatische Bedingungen. Für Hochwasser werden Rückhalteräume freigehalten, bei Niedrigwasser können Abgaben reduziert werden.

Verantwortung für das Wuppergebiet

Der Wupperverband wurde 1930 gegründet und ist für die Wasserwirtschaft im 813 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet der Wupper zuständig. Als öffentlich-rechtliches Unternehmen steht nicht Gewinn, sondern der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser im Mittelpunkt.

Heute betreibt der Verband 14 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage sowie zahlreiche weitere Anlagen und unterhält rund 2.000 Kilometer Fließgewässer. Seine Mitglieder sind Kommunen, Kreise, Wasserversorger sowie Unternehmen aus Industrie und Gewerbe.

Mit seinen umfangreichen Investitionen und Projekten stellt der Wupperverband die Weichen dafür, dass die Wasserwirtschaft im Bergischen Land auch in Zeiten des Klimawandels zuverlässig, sicher und umweltgerecht bleibt.

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