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Dies & DasÖPNV-Streik in NRW: Rund 12.000 Beschäftigte im Ausstand

ÖPNV-Streik in NRW: Rund 12.000 Beschäftigte im Ausstand

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Nordrhein-Westfalen – Rund 12.000 Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen haben am heutigen Streiktag die Arbeit niedergelegt. Seit Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht beteiligten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den ganztägigen Arbeitsniederlegungen. Betroffen sind mehr als 30 Nahverkehrsunternehmen im Land.

Besonders stark sind die Auswirkungen auch in Solingen zu spüren. Dort stehen seit Betriebsbeginn am frühen Montagmorgen sämtliche Busse in den Depots. Der komplette Linienbusverkehr ist aufgrund des Warnstreiks am heutigen Montag eingestellt. Fahrgäste müssen auf alternative Verkehrsmittel ausweichen oder längere Wege in Kauf nehmen.

Die Streiks finden im Rahmen bundesweiter Aktionen statt. Hintergrund sind die stockenden Tarifverhandlungen zwischen ver.di Nordrhein-Westfalen und dem Kommunaler Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen, die am 21. Januar 2026 ohne Angebot der Arbeitgeber vertagt worden waren. Rund 30.000 Beschäftigte warten seitdem auf konkrete Zusagen.

„Schon der erste Streiktag macht den erheblichen Druck deutlich, den die Beschäftigten aufbauen“, erklärte Heinz Rech, Verhandlungsführer von ver.di NRW. „Die Arbeitgeber müssen erkennen, dass die Kolleginnen und Kollegen bereit sind, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen.“ Nach Angaben der Gewerkschaft waren die Auswirkungen nahezu im gesamten Bundesland spürbar.

Forderungen nach mehr Entlastung

Im Mittelpunkt der aktuellen Tarifrunde steht aus Sicht der Beschäftigten vor allem die Entlastung durch mehr Zeit. Konkret fordert ver.di in NRW:

  • eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich,
  • mindestens elf Stunden Ruhezeit zwischen zwei Schichten,
  • einen Sonntagszuschlag von mindestens 40 Prozent,
  • eine Ausweitung der Freistellung für Gewerkschaftsarbeit auf acht Tage,
  • die Einbeziehung kurzfristig Beschäftigter und Minijobber,
  • eine Laufzeit von 24 Monaten für den neu zu verhandelnden Manteltarifvertrag.

Bundesweite Tarifrunde im Nahverkehr

Parallel zu den Protesten in Nordrhein-Westfalen laufen Tarifverhandlungen in allen 16 Bundesländern. Bundesweit sind knapp 150 kommunale Verkehrsunternehmen in ebenso vielen Städten und Landkreisen betroffen, darunter auch in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

Um neue Verhandlungen zu ermöglichen, wurden in 15 Bundesländern die bestehenden Flächentarifverträge zu den Arbeitsbedingungen im öffentlichen Personennahverkehr gekündigt. Zusätzlich wurden die Haustarifverträge der Hamburger Hochbahn und der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein aufgekündigt. In Brandenburg, Thüringen und dem Saarland werden darüber hinaus auch die Löhne und Gehälter neu verhandelt.

Ob und wann es zu weiteren Streiktagen kommt, hängt nach Angaben der Gewerkschaft vom Verlauf der nächsten Gesprächsrunden ab. Klar ist jedoch: Der Druck auf die Arbeitgeber dürfte nach dem ersten bundesweiten Streiktag weiter steigen.

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