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PolitikObdachlose im Bahnhofs­tunnel: BfS legt Maßnahmenpaket vor

Obdachlose im Bahnhofs­tunnel: BfS legt Maßnahmenpaket vor

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Solingen – Die Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. (BfS) hat ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Situation im Fußgängertunnel am Hauptbahnhof in Ohligs vorgelegt. Anlass ist die bevorstehende Beratung in der Bezirksvertretung Ohligs, Aufderhöhe und Merscheid.

Nach Ansicht der BfS greift es zu kurz, die Diskussion allein auf Wohnungslosigkeit und mögliche Änderungen der Straßensatzung zu beschränken. Stattdessen sei eine ganzheitliche Strategie notwendig, um den Tunnel als zentralen Zugang zum Stadtteil Ohligs aufzuwerten. „Wir brauchen eine lösungsorientierte Gesamtperspektive, die Sicherheit, Sauberkeit und soziale Verantwortung miteinander verbindet“, betont der BfS-Bezirksvertreter Michael Bender.

Drei Phasen und eine Zukunftsvision

Das eingereichte Konzept gliedert sich in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen sowie in eine abschließende Vision.

Kurzfristig fordert die BfS ein Bündel an Sofortmaßnahmen. Dazu gehören eine Grundreinigung des Tunnels, verkürzte Reinigungsintervalle sowie die schnelle Instandsetzung von Beleuchtung und Bausubstanz. Graffiti und Schmierereien sollen konsequent im ursprünglichen Farbton überstrichen werden, um ein gepflegtes Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem sozialen Aspekt. Unter dem Leitmotiv „Hilfe statt Vertreibung“ spricht sich die BfS dafür aus, wohnungslosen Menschen zunächst passende Hilfsangebote zu machen, bevor ordnungsrechtliche Schritte erfolgen. „Eine reine Verlagerung des Problems ist keine Lösung. Wir müssen menschenwürdige Perspektiven schaffen“, so Bender. Ergänzend soll die Präsenz von Polizei und Ordnungsamt erhöht werden, um Regelverstöße konsequent zu ahnden.

Das Foto (SN) zeigt eine offensichtlich schlafende Person in einer Ecke im Zugang zum Hauptbahnhof.

Mittelfristig regt die Bürgergemeinschaft die Prüfung einer Videoüberwachung an, wobei der Schutz der Persönlichkeitsrechte sorgfältig berücksichtigt werden müsse. Zudem sollen das Beleuchtungskonzept – insbesondere am Ostausgang – überarbeitet und mögliche Musik- oder Klanginstallationen geprüft werden, die in anderen Städten bereits positive Effekte gezeigt hätten. Als dringend notwendig gilt auch die Umsetzung der beschlossenen Überdachung am Ostausgang, um Feuchtigkeitseintrag zu reduzieren.

Langfristig sieht die BfS städtebaulichen Handlungsbedarf. Die Umgestaltung des östlichen Bahnhofsvorplatzes solle unabhängig von der geplanten Hotelentwicklung schrittweise erfolgen. Die aktuelle Situation sei weder für Bürgerinnen und Bürger noch für Besucher ein einladendes Entrée zur Stadt.

Brücke statt Tunnel als Ziel

Als langfristige Vision schlägt die BfS eine grundlegende Neugestaltung der Querung vor: eine barrierefreie Brücke für Fußgänger und Radfahrer, die die Gleise überspannt. Inspiriert vom Beispiel in Opladen könnte diese Lösung den heutigen Tunnel langfristig ersetzen. Die Machbarkeit solle im Rahmen einer Kooperation mit einer Hochschule geprüft werden.

Mit ihrem Konzept will die Bürgergemeinschaft die Diskussion versachlichen und neue Impulse setzen. Ziel sei es, den Fußgängertunnel nicht nur kurzfristig zu stabilisieren, sondern ihn dauerhaft als sicheren und attraktiven Zugang zum Stadtteil zu entwickeln.

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