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SolingenFlexiblere Arbeitszeiten statt Teilzeit-Debatte: Unternehmen fordern andere Prioritäten

Flexiblere Arbeitszeiten statt Teilzeit-Debatte: Unternehmen fordern andere Prioritäten

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Blitzumfrage der Bergischen IHK zeigt: Wirtschaft sieht bessere Kinderbetreuung und steuerliche Anreize als wichtiger an

Bergisches Land – Die aktuelle politische Diskussion um eine mögliche Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeitarbeit geht aus Sicht vieler Unternehmen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft vorbei. Das zeigt eine Blitzumfrage der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), an der sich rund 320 Betriebe aus dem Bergischen Städtedreieck beteiligt haben.

Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen wünschen sich eine Umstellung von der bisherigen täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Ziel ist es, Auftragsspitzen besser abzufangen und Kundenanforderungen effizienter zu erfüllen.

Geteilte Meinung zum Rechtsanspruch auf Teilzeit

Beim Rechtsanspruch auf Teilzeit zeigt sich ein differenziertes Bild. Rund 40 Prozent der Unternehmen halten ihn grundsätzlich für sinnvoll. Etwa 30 Prozent sprechen sich für eine Einschränkung aus, während 21 Prozent ihn vollständig abschaffen möchten.

Von einer Reform oder Abschaffung erhoffen sich die Betriebe vor allem eine bessere Planbarkeit (31 Prozent) sowie ein höheres Arbeitsvolumen (20 Prozent).

Fachkräftesicherung: Andere Maßnahmen im Fokus

Die Umfrage verdeutlicht, dass die Einschränkung von Teilzeit für die meisten Unternehmen kein zentrales Mittel zur Fachkräftesicherung ist. Lediglich drei Prozent sehen darin einen wichtigen Ansatz.

Deutlich höher bewertet werden andere Maßnahmen: Eine bessere Kinderbetreuung nennen 25 Prozent der Befragten als entscheidend, steuerliche Anreize für Mehrarbeit 24 Prozent und flexiblere Arbeitszeitregelungen 19 Prozent.

Forderung nach weniger Bürokratie und Reformen

Neben flexibleren Arbeitszeiten fordern viele Unternehmen strukturelle Veränderungen. Dazu zählen vor allem eine Reform des Steuerrechts, eine Begrenzung des Anstiegs der Lohnnebenkosten sowie ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden.

Diese Faktoren gelten aus Sicht der Wirtschaft als zentrale Voraussetzungen für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungssicherung.

Teilzeitquoten stark unterschiedlich

Die Teilzeitquoten in den teilnehmenden Betrieben fallen sehr unterschiedlich aus. Bei mehr als der Hälfte liegt der Anteil der Teilzeitbeschäftigten unter zehn Prozent. Rund ein Viertel der Unternehmen verzeichnet Quoten zwischen zehn und 30 Prozent, ein weiteres Viertel kommt auf über 30 Prozent.

Breite Beteiligung aus verschiedenen Branchen

An der Umfrage beteiligten sich überwiegend Dienstleistungsunternehmen, die etwa die Hälfte der Teilnehmenden ausmachen. Knapp ein Viertel stammt aus der Industrie, rund ein Fünftel aus dem Groß- und Einzelhandel.

Die Befragung wurde zwischen dem 2. und 5. Februar durchgeführt und liefert damit ein aktuelles Stimmungsbild aus der regionalen Wirtschaft.

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