Solingen – Stundenlanges Warten mit kranken Kleinkindern in der Notfallambulanz – nach Darstellung der FDP-Ratsgruppe häufen sich entsprechende Berichte aus der Bevölkerung über die HNO-Ambulanz des Städtischen Klinikums Solingen. Die Liberalen haben deshalb eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gestellt und fordern organisatorische Verbesserungen.
Berichte über Wartezeiten von mehr als fünf Stunden
Auslöser seien Schilderungen von Wartezeiten von bis zu fünfeinhalb Stunden. Betroffen seien häufig auch Familien mit Säuglingen und kleinen Kindern. „Wenn Eltern mit Kleinkindern über Stunden warten müssen, überschreitet das die Grenze des Zumutbaren“, sagte die Vorsitzende der FDP-Ratsgruppe, Nina Brattig. Gerade bei Ohrenschmerzen, hohem Fieber oder Atemproblemen könnten Kinder Schmerzen und Erschöpfung deutlich schlechter kompensieren als Erwachsene.
Medizinische Risiken für junge Patienten
Nach Einschätzung der FDP birgt die Dauer des Wartens nicht nur Stress für Familien, sondern auch gesundheitliche Risiken. Bei akuten Mittelohrentzündungen oder starken Halsschmerzen könne sich der Zustand verschlechtern, zudem drohten Dehydrierung oder Erschöpfung.
Die Kritik richte sich dabei ausdrücklich nicht gegen das Personal, sondern gegen die Organisation: „Das hoch engagierte Klinikteam steht außer Frage – aber die Strukturen führen dazu, dass selbst kleine Kinder stundenlang warten müssen“, so Brattig.
Stadt in besonderer Verantwortung
Das kommunal getragene Klinikum und damit auch die Stadt sieht die Ratsgruppe in besonderer Verantwortung. Gefordert werden unter anderem transparentere Wartezeiten, eine klare Priorisierung besonders belasteter Patientengruppen sowie mehr Personal vor allem abends und am Wochenende. Hintergrund sei auch, dass Krankenhausambulanzen zunehmend Aufgaben der ambulanten Regelversorgung übernähmen.
FDP fordert konkrete Verbesserungen
Mit ihrer Anfrage will die FDP konkrete Änderungen anstoßen – etwa angepasste Abläufe in der HNO-Ambulanz, Entlastungsangebote für Familien mit Kleinkindern und zusätzliche Kapazitäten zu Stoßzeiten. Ziel sei eine kindgerechtere Notfallversorgung: „Eine Stadt müsse sich daran messen lassen, wie sie mit Kindern in Not umgehe“, betonte Brattig. „Stundenlange Wartezeiten für fiebernde Kleinkinder seien kein akzeptabler Zustand“.








