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SolingenMehr Flexibilität an Solinger Grundschulen: Stadt baut Übermittagsbetreuung aus

Mehr Flexibilität an Solinger Grundschulen: Stadt baut Übermittagsbetreuung aus

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Neue Strukturen, neue Zeiten – Stadt reagiert auf steigenden Betreuungsbedarf von Familien

Solingen – Die Stadt Solingen stellt die Übermittagsbetreuung (ÜMI) an ihren Grundschulen grundlegend neu auf. Ab dem 1. August 2026, also mit Beginn des Schuljahres 2026/27, werden bislang unterschiedlich organisierte Angebote vereinheitlicht und erweitert. Ziel ist vor allem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und mehr Betreuungsplätze für Kinder.

Kern der Reform: Alle bisherigen ÜMI-Angebote werden künftig nach einem einheitlichen Modell geführt. 22 bestehende Gruppen gehen in ein erweitertes Betreuungsangebot bis 14.00 Uhr inklusive Ferienbetreuung über. Damit arbeiten dann sämtliche 43 ÜMI-Gruppen nach denselben Standards.

Zusätzlich startet an drei Modellschulen ein neues Format mit größerer zeitlicher Flexibilität. Unter dem Namen „ÜMI Flex“ können Eltern dort neben der Betreuung bis 14.00 Uhr an zwei frei wählbaren Nachmittagen pro Woche eine Verlängerung bis 15.00 Uhr buchen. Nach einer Erprobungsphase soll das Angebot perspektivisch auf weitere Schulen ausgeweitet werden – sofern die Haushaltsberatungen grünes Licht geben.

Oberbürgermeister Daniel Flemm sieht darin eine wichtige Anpassung an die Lebensrealität vieler Familien: „Flexible Betreuungsangebote sind der Schlüssel, um Familien zu entlasten. Viele Eltern brauchen keine starre Fünf-Tage-Betreuung bis 16.00 Uhr, sondern Angebote, die zu ihrem Alltag passen. Mit ‚ÜMI Flex‘ schaffen wir mehr Wahlmöglichkeiten und mehr Kinder erhalten einen Betreuungsplatz.“


Einheitliche Beiträge und rechtssicherer Rahmen

Mit der Neuordnung reagiert die Stadt auch auf Vorgaben der Bezirksregierung. Diese verpflichtet Schulträger, eine Satzung zur Erhebung von Elternbeiträgen für außerunterrichtliche Betreuungsangebote außerhalb der Offenen Ganztagsschule (OGS) einzuführen – bislang fehlte eine solche Regelung in Solingen.

Künftig wird die Übermittagsbetreuung über eine angepasste Beitragssatzung geregelt und anteilig durch Elternbeiträge finanziert. Sowohl „ÜMI“ als auch „ÜMI Flex“ werden darin aufgenommen. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach dem Einkommen der Familien, die bereits bestehende Geschwisterregelung gilt weiterhin.

Finanziell bleibt die Betreuung deutlich günstiger als die OGS:

  • ÜMI: 65 Prozent des OGS-Beitrags
  • ÜMI Flex: 70 Prozent des OGS-Beitrags

Die Stadt erhofft sich dadurch mehr Planungssicherheit für Eltern und Verwaltung.


Entlastung für den Offenen Ganztag

Neben mehr Flexibilität verfolgt die Stadt mit der Reform auch ein strukturelles Ziel. Rund 1.000 Kinder sollen künftig statt im Offenen Ganztag in ÜMI-Gruppen betreut werden. Damit würden OGS-Plätze frei, die vor allem für Familien mit höherem Betreuungsbedarf notwendig sind.

Der Schritt erfolgt nicht zufällig: Ab dem Schuljahr 2026/27 gilt bundesweit der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler. Kommunen stehen deshalb unter Druck, ausreichend Betreuungsplätze bereitzustellen.

Die Stadt Solingen will diesem Bedarf frühzeitig begegnen. Durch das gestufte System aus OGS, ÜMI und ÜMI Flex sollen Eltern künftig zwischen mehreren Zeitmodellen wählen können – statt nur zwischen Halbtagsunterricht und Vollbetreuung.


Mehr Wahlmöglichkeiten statt Einheitslösung

Die Neustrukturierung markiert einen Paradigmenwechsel: Weg von starren Betreuungsformen, hin zu modularen Angeboten. Während einige Familien weiterhin eine umfassende Nachmittagsbetreuung benötigen, reicht anderen eine kürzere Betreuung bis zum frühen Nachmittag.

Mit dem neuen Modell versucht die Stadt, beide Gruppen gleichermaßen zu berücksichtigen. Ob sich insbesondere „ÜMI Flex“ bewährt, dürfte sich nach der Pilotphase zeigen. Für viele Eltern könnte es jedoch genau die Lücke schließen, die bislang zwischen Schulschluss und Arbeitsende bestand.

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