Kostensteigerung um 44,6%
Solingen – Die geplante Anhebung des monatlichen Essensgeldes in den städtischen Kindertagesstätten mit eigener Küche beschäftigt derzeit zahlreiche Familien. Künftig sollen Eltern statt bisher 51,50 Euro monatlich 74,50 Euro zahlen. Damit steigen die Kosten um 23 Euro beziehungsweise 44,6 Prozent – ein Zuwachs, der über der Entwicklung des Verbraucherpreisindex in Nordrhein-Westfalen seit der letzten Anpassung liegt.
Die letzte Erhöhung fand 2019 statt und liegt damit bereits einige Jahre zurück. Dennoch stellt der nun vorgesehene Schritt für viele Haushalte eine spürbare Mehrbelastung dar. Besonders aufmerksam verfolgen Eltern die Entwicklung auch deshalb, weil erst 2024 die Elternbeiträge angepasst wurden. Vor allem Familien mit mittlerem Einkommen sehen sich dadurch zunehmend herausgefordert: Während Geringverdiener über Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket unterstützt werden, müssen viele Durchschnittsverdiener die Mehrkosten vollständig selbst tragen.
Wunsch nach früherer Information
Ein weiterer Punkt, der unter Eltern diskutiert wird, betrifft den Zeitpunkt der Information. Nach Angaben der Elternbeiräte wurden die städtischen Koch-Kitas erst im Januar über die Anpassung informiert, während Einrichtungen mit externem Catering bereits im September Kenntnis erhielten.
Die Elternvertreter bezeichnen das Vorgehen als „unglücklich“ und hätten sich nach Aussagen von Rebekka Hakenberg eine frühere Information über die bevorstehende Preiserhöhung gewünscht.
„Die kurzfristig beschlossene Preiserhöhung stellt insbesondere bei Familien mit mehreren Kindern eine weitere Belastung der Haushaltskasse dar“, erklärte Rebekka Hakenberg, 1. Vorsitzende des Elternbeirats der städtischen Kindertagesstätte Lucasstraße, im Gespräch mit unserer Redaktion.
Auch aus anderen Elternbeiräten wird betont, dass eine transparente Kommunikation und frühzeitige Einbindung hilfreich gewesen wäre — gerade bei einer so deutlichen Anpassung. Einige Eltern wünschen sich zudem mehr Einblick in Kostenentwicklung und Hintergründe, um die Entscheidung besser nachvollziehen zu können.
Dialogorientierte Lösungen gewünscht
Neben der Höhe der Kosten steht vor allem die kurzfristige Umsetzung im Mittelpunkt vieler Gespräche. Familien müssen ihre Haushaltsplanung entsprechend anpassen, was in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten zusätzliche Aufmerksamkeit erfordert.
Die Elternbeiräte regen daher an:
- eine frühzeitige und transparente Einbindung der Elternvertretungen
- eine Umsetzung möglichst zum neuen Kita-Jahr
- eine schrittweise statt sprunghafte Anpassung
- eine offene Darstellung der Kostenstruktur und Perspektiven zur Qualitätsentwicklung
Grundsätzlich besteht Einigkeit darüber, dass auch in der Kinderbetreuung Kostensteigerungen auftreten können. Viele Eltern wünschen sich jedoch einen möglichst planbaren und nachvollziehbaren Weg. Daher hoffen die Elternvertretungen auf einen weiteren Austausch mit der Stadt, um gemeinsam tragfähige und sozial ausgewogene Lösungen zu entwickeln.








