Solingen – Auch die grauen Wolken und der anhaltende Regen konnte die Karnevalsstimmung in der Klingenstadt nicht stoppen: Beim Rosenmontagszug 2026 säumten tausende Närrinnen und Narren die Straßen, um den Höhepunkt der fünften Jahreszeit gemeinsam zu feiern. Entlang der Zugstrecke in der Innenstadt standen Familien, Freundesgruppen und Vereine dicht gedrängt unter Schirmen und in Regenponchos – und warteten gut gelaunt auf die ersten Wagen.

Pünktlich setzte sich der Zug in Bewegung. Festwagen mit liebevoll gestalteten Motiven, Tanzgarden, Musikkapellen und Fußgruppen zogen durch die Solinger Innenstadt. Immer wieder hallten „Solig lot jonn!“-Rufe durch die Straßenzüge, während Kamelle, Strüßjer und kleine Präsente in die Menge flogen. Besonders die Kinder ließen sich vom Wetter nicht beeindrucken und sammelten mit leuchtenden Augen die Süßigkeiten vom nassen Asphalt.

Der Rosenmontagszug gilt traditionell als Höhepunkt des rheinischen Straßenkarnevals, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Auch in Solingen wird diese Tradition seit vielen Jahren gepflegt – mit lokalem Humor, viel ehrenamtlichem Engagement und großem Publikum. Zahlreiche Vereine aus den Stadtteilen beteiligten sich am Zug und präsentierten fantasievolle Kostüme: Piraten, Märchenfiguren, Tiere und aktuelle Popkultur-Ideen mischten sich bunt durcheinander.

Trotz Dauerregen blieb die Stimmung erstaunlich ausgelassen. Kapellen spielten bekannte Karnevalslieder, zu denen die Zuschauerinnen und Zuschauer mitsangen und schunkelten. Viele Besucher nahmen das Wetter mit Humor – „echte Jecken sind wasserfest“, war entlang der Strecke immer wieder zu hören. Nur vereinzelt suchten Menschen kurzzeitig Schutz in Hauseingängen oder unter Vordächern, kehrten aber schnell wieder an den Straßenrand zurück.

Aus polizeilicher Sicht verlief der Rosenmontag vollkommen entspannt, wie ein Polizeisprecher im Gespräch mit unserer Redaktion mitteilte. Lediglich zwei verloren gegangene Kinder (5/10) wurden kurzfristig von den Polizeibeamten betreut. Beide Kinder konnten kurze Zeit später wieder in die Obhut der Eltern übergeben werden.
Am Ende zeigte sich: Auch wenn der Himmel über Solingen überwiegend grau blieb, war der Rosenmontag 2026 farbenfroh wie eh und je. Die vielen Kostüme, das gemeinsame Lachen und das Miteinander machten den Tag erneut zu einem besonderen Erlebnis – ganz im Sinne der fünften Jahreszeit. Der Regen dämpfte zwar die Frisuren, nicht aber die Freude der Jecken in der Klingenstadt.








