Eisenach – Der Bergische Handballclub hat beim ThSV Eisenach eine Niederlage hinnehmen müssen, die sich bereits in der ersten Halbzeit anbahnte. Trotz großer Moral nach dem Seitenwechsel unterlag der BHC mit 31:33 (13:21) – und verpasste es in der Schlussphase, die Partie doch noch zu kippen.
Schwache erste Hälfte kostet alle Chancen
Die Anfangsphase war auf beiden Seiten fehleranfällig, doch der BHC überbot den Gastgeber deutlich. Während Eisenach elf technische Fehler produzierte, standen bei den Bergischen Spielern 14 in der Statistik der DAIKIN-Handball-Bundesliga. Immer wieder gingen im Angriff die Bälle verloren, teils durch unkonzentrierte Aktionen, teils durch überhastete Abschlüsse. Eisenachs Torhüter Matija Spikic hatte dadurch häufig leichtes Spiel.
Die Gastgeber nutzten ihre Ballgewinne konsequent für Tempo-Gegenstöße und zogen früh davon. Dass die BHC-Abwehr im Positionsspiel durchaus stabil stand, geriet angesichts der vielen schnellen Gegentore in den Hintergrund. Nach 30 Minuten lag der BHC deutlich mit 13:21 zurück – eine schwere Hypothek für den zweiten Durchgang.
„Die erste Halbzeit hat uns das Genick gebrochen“, bilanzierte BHC-Sportchef Markus Pütz. „Wenn man auf die Anzahl der technischen Fehler schaut, wird es schwer, Punkte in der Bundesliga mitzunehmen.“
Aufholjagd nach der Pause
Auch nach Wiederanpfiff lief zunächst wenig zusammen. Selbst eine doppelte Überzahl brachte den Gästen keinen schnellen Ertrag. Doch mit zunehmender Spielzeit stabilisierte sich der BHC, und Torhüter Christopher Rudeck steigerte sich deutlich.
Angetrieben von 2.850 Zuschauern verwaltete Eisenach zwar zunächst den Vorsprung, doch die Bergischen kämpften sich zurück. Tomas Babak, Kim Voss-Fels, Lars Kooij und Noah Beyer verkürzten Schritt für Schritt auf 28:31, Gerdas Babarskas stellte sogar auf 29:31.
140 Sekunden vor dem Ende traf Fynn Hangstein zum 30:32 – plötzlich war wieder Spannung in der Werner-Aßmann-Halle. Doch ausgerechnet ein weiterer Ballverlust, der offiziell 20. technische Fehler, verhinderte die Chance auf den Anschlusstreffer. Kurz darauf machte Eisenach den Sack zu.
Stimmen zum Spiel
BHC-Trainer Fabian Gutbrod sah den Grund klar in der ersten Halbzeit:
„Wir haben Eisenach ganz häufig die Möglichkeit gegeben, im Tempospiel erfolgreich zu sein. 40 schlechte Minuten und nur 20 gute reichen nicht, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen.“
Eisenachs Coach Sebastian Hinze war dagegen zufrieden:
„Die erste Hälfte war extrem zufriedenstellend. Am Ende wurde es eng, aber die Mannschaft hat das Spiel gezogen – das ist nicht selbstverständlich.“
Moral stimmt, Ergebnis nicht
So bleibt dem BHC vor allem die kämpferische Leistung nach der Pause. Der Rückstand war am Ende zu groß, die Fehlerquote zu hoch. Positiv: Die Mannschaft gab sich nicht auf.
Oder, wie Markus Pütz es formulierte: „Mit der Moral in der zweiten Halbzeit können wir zufrieden sein – lernen müssen wir trotzdem daraus.“








