Solingen – Die geplante Sperrung der Bahnübergänge Schnittert und Wilzhauser Weg sorgt in Ohligs für politischen Streit. Die SPD-Ratsfraktion wirft der Deutschen Bahn vor, aus Kostengründen die Belastung für Anwohner in Kauf zu nehmen, und fordert ein rasches Eingreifen der Stadtspitze.
Fraktionsvorsitzender Ernst Lauterjung appelliert an Oberbürgermeister Daniel Flemm, unverzüglich aktiv zu werden. „Wir raten dem Oberbürgermeister dringend zu massivem Protest bei der DB – auch über die Abgeordneten in Bund und Land“, erklärte Lauterjung. Die Schließung treffe einen ganzen Stadtbereich und sei vermeidbar.
Übergänge könnten offen bleiben
Nach Auffassung der SPD könnten die Übergänge trotz der laufenden Baumaßnahmen grundsätzlich passierbar gehalten werden. „Wichtige Bahnübergänge können während umfassender Baumaßnahmen trotzdem befahrbar gehalten werden, selbst wenn das mehr Engagement bei der Organisation erfordert“, so Lauterjung.
Die Sozialdemokraten verweisen auf frühere Generalsanierungen, bei denen notwendige Querungen weiterhin genutzt werden konnten – sogar für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Zwar seien die Schrankenanlagen derzeit außer Betrieb, doch könnten Sicherungsposten eingesetzt werden. Diese würden bei herannahenden Bauzügen oder Baufahrzeugen den Übergang manuell sichern, etwa durch quer gespannte rote Warnbänder. Ein solches Vorgehen komme auch bei vorübergehend defekten Schrankenanlagen zum Einsatz.
Kritik an Prioritäten der Bahn
Die SPD vermutet, dass sich die Bahn den organisatorischen Aufwand sparen wolle. Als Hinweis wertet die Fraktion, dass Rettungsfahrzeuge und Müllabfuhr offenbar weiterhin passieren können. „Vieles spricht dafür, dass sich die DB diesen Aufwand sparen wollte“, sagt Lauterjung.
Zudem befürchtet die Fraktion, die Entscheidung sei ohne ausreichende Kenntnis der örtlichen Situation rund um Schnittert, Wilzhaus, Maubes, Kuckesberg und Keusenhof getroffen worden. Daher müsse die Stadtverwaltung umgehend offiziell reagieren. Unterstützung im Stadtrat sei sicher, so Lauterjung.
Zeit drängt
Für eine Resolution im Rat sei es allerdings zu spät, da die nächste Sitzung erst nach Beginn der Maßnahmen stattfinde. Die SPD setzt deshalb auf direkte Gespräche mit der Bahn. „Der DB-Führung muss klar werden, dass allmählich die letzten Sympathien auf dem Spiel stehen“, erklärte Lauterjung.
Anwohner befürchten derweil längere Umwege und zusätzliche Verkehrsbelastungen im Quartier.








