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PolitikSPD fordert Intervention der Stadt wegen geplanter Bahnübergang-Sperrungen in Ohligs

SPD fordert Intervention der Stadt wegen geplanter Bahnübergang-Sperrungen in Ohligs

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Bezirksvertretung soll kurzfristig reagieren – Kritik an Deutscher Bahn und Sorge um Rettungswege

Solingen – Kurz vor Beginn umfangreicher Bauarbeiten an der Bahnstrecke in Ohligs wächst der politische Druck auf die Deutsche Bahn: Die SPD-Fraktion will die vollständige Sperrung der Bahnübergänge Schnittert und Wilzhauser Weg am kommenden Dienstag, 24. Februar nicht hinnehmen und bringt das Thema als Dringlichkeitsantrag in die Sitzung der Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid am 23. Februar ein.

Die Sozialdemokraten verlangen von der Stadtverwaltung eine sofortige Stellungnahme zu den Hintergründen der Maßnahme sowie ein Eingreifen bei der Bahn. Ziel sei es, zumindest eine eingeschränkte Befahrbarkeit während der Bauphase bis Ende April zu erreichen.


Fragen an die Verwaltung

In ihrem Antrag möchte die SPD zunächst klären lassen,

  • ob die Stadt Solingen vorab über die Vollsperrung informiert wurde und wann,
  • ob Alternativen – etwa Sicherungsposten statt kompletter Sperrung – geprüft wurden,
  • und welche Folgen für die betroffenen Ortsteile sowie für Rettungsdienst und Feuerwehr zu erwarten sind.

Anschließend soll die Verwaltung beauftragt werden, „unverzüglich Kontakt mit der Deutschen Bahn AG aufzunehmen“, um die Erreichbarkeit der Bereiche Schnittert, Wilzhaus, Maubes und Kuckesberg weiterhin zu gewährleisten – auch für Lieferverkehr, Post und private Fahrten. Über das Ergebnis soll die Bezirksvertretung zeitnah informiert werden.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Susann Katzinski begründet die Dringlichkeit damit, dass die Maßnahme erst sehr kurzfristig öffentlich bekannt geworden sei und bereits in wenigen Tagen beginnen.


Kritik: „Bahn spart zu Lasten der Anwohner“

Deutlich schärfer formuliert die SPD ihre Kritik in einer begleitenden Pressemitteilung der Deutschen Bahn. Der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, Ernst Lauterjung, spricht von einer vermeidbaren Sparmaßnahme der Bahn: „Wir raten dem Oberbürgermeister dringend zu massivem Protest bei der DB – auch über die Abgeordneten in Bund und Land.“

Nach Ansicht der Sozialdemokraten könnten Bahnübergänge trotz Bauarbeiten offen bleiben, wenn Sicherungsposten eingesetzt werden. Dabei würden Mitarbeiter den Übergang bei Bedarf mit Warnbändern sperren – ein Verfahren, das auch bei defekten Schrankenanlagen üblich sei.

Dass laut Bahn Rettungsfahrzeuge und Müllabfuhr weiterhin passieren sollen, wertet Lauterjung als Hinweis darauf, dass organisatorische Lösungen grundsätzlich möglich wären. „Vieles spricht dafür, dass sich die DB diesen Aufwand in Ohligs sparen wollte“, so der Fraktionschef.


Sorge um Erreichbarkeit und Verkehr

Besonders kritisch sehen die Sozialdemokraten die Auswirkungen auf die umliegenden Wohngebiete. Neben erheblichen Umwegen für Anwohner wird eine zusätzliche Belastung der engen Durchfahrt im Bereich Keusenhof befürchtet. Auch Einsatzzeiten von Feuerwehr und Rettungsdienst könnten sich verlängern.

Da die nächste Ratssitzung zu spät käme, soll die Bezirksvertretung bereits am Montag reagieren. Lauterjung erwartet dabei breite politische Unterstützung: „Der DB-Führung muss klar werden, dass allmählich die letzten Sympathien auf dem Spiel stehen.“

Ob die Stadt kurzfristig noch Änderungen an der Verkehrsführung erreichen kann, dürfte sich unmittelbar nach der Sitzung entscheiden – nur wenige Stunden vor Beginn der Sperrung.

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