Solingen – Wenn die Temperaturen steigen, beginnt für viele Amphibien die wohl wichtigste Zeit des Jahres: Erdkröten, Grasfrösche, Molche und Feuersalamander verlassen ihre Winterquartiere und wandern zu ihren Laichgewässern. Damit sie sicher ans Ziel gelangen, werden ab Freitag, 27. Februar, mehrere Straßen im Stadtgebiet zeitweise gesperrt. Die Maßnahmen gelten voraussichtlich für rund fünf Wochen.
Warum die Tiere jetzt unterwegs sind
Sobald die Nachttemperaturen über fünf Grad Celsius liegen, setzen sich vor allem Erdkröten und Grasfrösche in Bewegung. Sie kehren zu genau den Gewässern zurück, in denen sie selbst geschlüpft sind – Amphibien sind äußerst ortstreu.
Ihre Wanderungen finden überwiegend in den Abend- und Nachtstunden statt. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren – ein gefährliches Hindernis, das für viele Tiere tödlich endet, wenn kein Schutz besteht.
Diese Straßen werden gesperrt
Um die Amphibien zu schützen, gelten folgende Regelungen:
Hohlenpuhler Weg
- In der Woche: 19.00 Uhr bis 6.00 Uhr
- An Wochenenden und Feiertagen: rund um die Uhr
Tiefendicker Straße
- Täglich nachts von 18.00 Uhr bis 6.00 Uhr
- Das Areal Tiefendicker Straße 40 bleibt erreichbar
Götsche
- Dauerhafte Vollsperrung rund um die Uhr
- Zufahrt zu den Wohnhäusern ist über das Stadtgebiet von Langenfeld möglich
Eine ganztägige Vollsperrung am Hohlenpuhler Weg und an der Tiefendicker Straße kann vermieden werden, weil engagierte Anwohner beim täglichen Auf- und Abbau der Sperren helfen.
Rücksicht auch für Radfahrer
Nicht nur Autofahrer, auch Radfahrer können die langsam wandernden Tiere leicht übersehen. Deshalb bittet die Stadt darum, in den betroffenen Abschnitten abzusteigen und das Fahrrad zu schieben.
Zäune und Fangeimer im Einsatz
An kürzeren Querungsstrecken werden zusätzlich Amphibienzäune mit eingegrabenen Fangeimern aufgestellt. Die Tiere fallen auf ihrem Weg in diese Behälter, werden täglich eingesammelt und auf der gegenüberliegenden Straßenseite wieder freigelassen. So können sie ihre Wanderung sicher fortsetzen.
Bedrohte Tiergruppe weltweit
Amphibien gehören zu den am stärksten gefährdeten Tierarten. Weltweit gelten zwei von fünf Arten als bedroht – vor allem durch den Verlust oder die Veränderung ihrer Lebensräume.
Die zeitweisen Straßensperrungen sind daher ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet. Die Stadt bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis und besondere Vorsicht in den kommenden Wochen.








