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SolingenVollsperrung der Bahnübergänge Schnittert und Wilzhauser Weg: Stadt versichert Rettungswege – Anwohner...

Vollsperrung der Bahnübergänge Schnittert und Wilzhauser Weg: Stadt versichert Rettungswege – Anwohner bleiben skeptisch

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Solingen – Nach kurzfristig bekannt gewordenen Informationen sollen ab heute, Montag, 24. Februar, die beiden Bahnübergänge Schnittert und Wilzhauser Weg im Zuge von Bauarbeiten durch die Deutsche Bahn für den Fahrzeugverkehr gesperrt werden. Die Maßnahme sorgt insbesondere bei Anwohnerinnen und Anwohnern der hinter der Bahnlinie gelegenen Wohnbereiche für erhebliche Verunsicherung.

Auf Anfrage unserer Redaktion hat die Stadt Solingen nun Stellung zu den geplanten Einschränkungen genommen.


Bauarbeiten bis Ende April – Vollsperrung unvermeidbar

Nach Angaben der Stadt wurde die Maßnahme im Vorfeld zwischen der Deutschen Bahn und der Verwaltung abgestimmt. Beteiligt waren dabei unter anderem die Feuerwehr, die Abfallsammlung sowie die Verkehrslenkung der Polizei.

Die Arbeiten sollen am heutigen Montag beginnen und voraussichtlich bis zum 29. April 2026 andauern. Da an beiden Bahnübergängen umfangreiche Gleisbauarbeiten stattfinden, sei eine Vollsperrung für den regulären Fahrzeugverkehr „nicht zu vermeiden“. Eine teilweise Freigabe für den Individualverkehr komme aus Sicherheitsgründen nicht infrage, da sich durch die Baustellensituation das Unfallrisiko deutlich erhöhe.


Rettungswege: Stahlplatten und Ausweichroute über Keusenhof

Besonders brisant war im Vorfeld die Frage, wie im Brand- oder Rettungsfall die Erreichbarkeit der betroffenen Wohnhäuser sichergestellt werden kann. Eine konkrete Bestätigung der Deutschen Bahn lag unserer Redaktion zunächst nicht vor – entsprechend groß war die Sorge in den angrenzenden Hofschaften.

Die Stadt teilt nun mit: Für Einsatzkräfte und die Abfallsammlung sollen die Bahnübergänge zu jeder Zeit kurzfristig passierbar sein. Hierzu würden bei Bedarf Stahlplatten ausgelegt, die ein Überfahren der Baustellenbereiche ermöglichen.

Sollten die Übergänge in bestimmten, vorab abgestimmten Zeitfenstern nicht passierbar sein, werde eine alternative Anfahrt über Keusenhof eingerichtet. Dort würden zusätzliche, zeitlich befristete Haltverbotszonen eingerichtet, um ein zügiges Durchkommen von Einsatzfahrzeugen sicherzustellen.

Die Route sei im Vorfeld befahren und geprüft worden. Insbesondere wurde dabei bewertet, ob die enge Hofschaft und die kleine Brücke über die Bahnstrecke für schwere Löschfahrzeuge und eine Drehleiter geeignet sind.


Kleineres Tanklöschfahrzeug wird in Ohligs stationiert

Zur zusätzlichen Absicherung kündigt die Stadt eine organisatorische Anpassung an: Auf der Feuer- und Rettungswache II in Ohligs werde für die Dauer der Bauphase ein kleineres Tanklöschfahrzeug stationiert. Dieses könne flexibler auf die örtlichen Gegebenheiten – etwa bei einer Anfahrt über Keusenhof – reagieren.

Die Feuerwehr Solingen habe die Planungen begleitet. Nach Darstellung der Stadt sei die Erreichbarkeit der hinter der Bahnlinie gelegenen Wohnhäuser im Brand- und Rettungsfall jederzeit sichergestellt.


Müllabfuhr soll ohne Einschränkungen fahren

Auch die reguläre Abfallsammlung sei im Vorfeld koordiniert worden. Nach Angaben der Stadt soll die Müllabfuhr die betroffenen Bereiche ohne Einschränkungen erreichen können. Auch hier können bei Bedarf die provisorischen Querungsmöglichkeiten über die Baustelle genutzt werden.


Lieferverkehr nur in zwingenden Ausnahmefällen

Für Liefer- und Gewerbeverkehre – etwa durch Speditionen, Möbelhäuser oder Umzugsunternehmen mit Fahrzeugen über 7,49 Tonnen – gelten hingegen strenge Vorgaben.

Zwingend notwendige und nicht verschiebbare Anlieferungen können demnach im Einzelfall mit dem ausführenden Bauunternehmen abgestimmt werden. Voraussetzung sei jedoch, dass es sich um absolut unverzichtbare Fahrten handelt. Ziel sei es, die Bauarbeiten nicht zu verzögern und die Dauer der Sperrung möglichst kurz zu halten.


Anwohner fordern klare Kommunikation

Trotz der nun vorliegenden Stellungnahme bleibt bei vielen Anwohnerinnen und Anwohnern ein Gefühl der Unsicherheit. Kritisiert wird vor allem, dass die Information über die kurzfristige Vollsperrung erst sehr spät öffentlich bekannt geworden sei.

Ob die angekündigten Maßnahmen in der Praxis reibungslos funktionieren, wird sich zeigen. Fest steht: Für die kommenden Wochen wird die Situation rund um Schnittert und Wilzhauser Weg für alle Beteiligten eine organisatorische Herausforderung darstellen.

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