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RegionalesFünf Bergische Städte gründen gemeinsame Koordinierungsstelle gegen Kriminalität

Fünf Bergische Städte gründen gemeinsame Koordinierungsstelle gegen Kriminalität

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Bergisches Land – Die Städte Wuppertal, Leverkusen, Solingen, Remscheid und Langenfeld gehen neue Wege in der Kriminalitätsbekämpfung. Mit der Gründung der „Gemeinsamen Koordinierungsstelle Rhein-Wupper“ (GeKo) schaffen sie ein kommunales Informations- und Expertise-Zentrum, das den Austausch über Stadtgrenzen hinweg systematisch bündeln und verstärken soll. Ziel ist es, kriminelle Strukturen nicht länger isoliert zu bekämpfen, sondern regional abgestimmt und wirkungsvoll dagegen vorzugehen.

Zusammenarbeit statt Kirchturmdenken

Die neue Koordinierungsstelle soll Informationen zeitnah austauschen, bewerten und präventive Maßnahmen entwickeln. Wo nötig, berät sie die beteiligten Städte auch bei repressiven Schritten und koordiniert ein stadtübergreifendes Vorgehen. Im Fokus stehen unter anderem Banden- und Clankriminalität, Sozialleistungsmissbrauch, Schleusung und Menschenhandel, Problemimmobilien, gewerbliche Scheinkonstruktionen sowie Geldwäsche.

Dass kommunale Zusammenarbeit dabei eine Schlüsselrolle spielt, betonte Thomas Hunsteger-Petermann, Landesbeauftragter für interkommunale Zusammenarbeit, bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die kommunale Familie steht insgesamt vor sehr ähnlich gelagerten Herausforderungen. Die Gemeinsame Koordinierungsstelle zeigt, wie groß das Potenzial interkommunaler Zusammenarbeit auch bei schwierigen Themen ist. Erst die Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg ermöglicht es, dass Probleme nicht punktuell verdrängt, sondern ganzheitlich wirksam bekämpft werden. Gerade die enge Verzahnung der Ordnungs- und Ermittlungsbehörden macht die Kooperation dabei stark – präventiv wie repressiv.“

Die Aussage bringt auf den Punkt, worum es den Beteiligten geht: Kriminalität macht nicht an Stadtgrenzen halt – ihre Bekämpfung darf es ebenfalls nicht.

Kommunales Wissen als entscheidender Baustein

Ein zentrales Element der GeKo ist die systematische Nutzung kommunalen Fachwissens. Gewerbemeldestellen, Außendienste und Liegenschaftsverwaltungen verfügen über detaillierte Kenntnisse zu Grundstücksgeschäften, Unternehmensverflechtungen und Personenstrukturen. Diese Informationen können für Ermittlungsbehörden wertvolle Puzzleteile liefern.

Leverkusens Oberbürgermeister Hebbel beschreibt die Stoßrichtung so: „Diesen Ansatz verfolgen die fünf Gründungskommunen aus dem bergischen Land. Zwischen Wupper und Rhein sollen bestehende Strukturen beleuchtet, Geldwäschetätigkeiten durch Immobiliengeschäfte und Bargeldbetriebe erkannt und Sozialleistungsmissbrauch systematisch aufgedeckt werden.“

Auch Remscheids Oberbürgermeister Sven Wolff unterstreicht die strategische Dimension: „Effektive Kriminalitätsbekämpfung braucht den Schulterschluss. Mit der GeKo bündeln wir unser lokales Wissen aus den Rathäusern mit der Expertise der Ermittlungsbehörden. Mit der GeKo verzahnen wir dieses kommunale Know-how in der Region so eng wie nie zuvor, um kriminellen Strukturen den Nährboden zu entziehen.“

Die Kooperation umfasst dabei auch Bundes- und Landesbehörden wie Zoll, Bundesagentur für Arbeit, Polizei, Staatsanwaltschaften, Familienkasse oder das Landesamt zur Bekämpfung von Finanzkriminalität. Der Austausch soll helfen, Informationslücken zu schließen und Ermittlungen effizienter zu machen.

Vertrauen in Staat und Demokratie stärken

Für die beteiligten Städte geht es nicht nur um Strafverfolgung, sondern auch um den Schutz staatlicher Strukturen. Langenfelds Bürgermeister Gerold Wenzens betont: „Die Chancen, aus Kooperationen neue Erkenntnisse zu gewinnen, wollen wir intensiv nutzen.“

Solingens Oberbürgermeister Daniel Flemm formuliert es noch deutlicher: „Wir können nicht länger zusehen, wenn unsere Leistungssysteme ausgenommen werden. Letztlich schützt ein funktionierender Staat nicht nur seine Ressourcen, sondern stärkt das Vertrauen in die Demokratie.“

Hier wird die politische Dimension der interkommunalen Zusammenarbeit sichtbar: Wer Sozialbetrug, Geldwäsche und organisierte Kriminalität wirksam bekämpft, sichert nicht nur Haushaltsmittel, sondern auch das Sicherheitsgefühl und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Wuppertal übernimmt koordinierende Rolle

Koordiniert wird die GeKo künftig von Stefan Grawe, einem erfahrenen Experten mit Sitz in Wuppertal. Miriam Scherff hebt hervor:
„Um dieses Wissen über die Stadtgrenzen hinaus zu verknüpfen und sich der organisierten Kriminalität in all ihren Facetten entgegenzustellen, wird die GeKo mit Stefan Grawe in Wuppertal einen erfahrenen Experten als Koordinator einsetzen. Damit übernimmt die bergische Metropole eine wichtige Rolle in der GeKo.“

Die Personalkosten tragen die fünf Städte gemeinsam. Unterstützt wird der Koordinator durch eine Lenkungsgruppe sowie feste Ansprechpartner in jeder Kommune – ein organisatorisches Gerüst, das die Zusammenarbeit dauerhaft sichern soll.

Land fördert interkommunale Allianz

Ermöglicht wird das Projekt durch das landeseigene Förderprogramm „Interkommunale Zusammenarbeit“ des Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die fünf Städte mit 280.000 Euro und fachlicher Begleitung.

Ministerin Ina Scharrenbach erklärt: „Gebündelte Kräfte entwickeln Schlagkraft: Wenn fünf Kommunen ihre Kräfte zusammenlegen, entsteht nicht nur eine Kooperation – es entsteht ein starkes Netzwerk. Diese interkommunale Allianz, die das Land Nordrhein-Westfalen mit 280.000 Euro finanziell unterstützt, zeigt, wie vorausschauende Stadt- und Sicherheitspolitik Hand in Hand gehen können. Mit der bewilligten Förderung geben wir den Städten Rückenwind, um problematische Strukturen entschlossen anzugehen. Das stärkt Quartiere, schafft Stabilität und erhöht spürbar das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Wenn kommunales Know-how, lokale Szenekenntnis und kriminalistische Expertise zusammenwirken, wird aus Zusammenarbeit ein wirksames Werkzeug.“

Modell mit Signalwirkung

Die GeKo Rhein-Wupper steht beispielhaft für eine neue Qualität kommunaler Kooperation. Statt isolierter Maßnahmen entsteht ein regionales Netzwerk, das Wissen bündelt, Zuständigkeiten verzahnt und konsequent über Verwaltungsgrenzen hinweg denkt.

Gerade im Kampf gegen organisierte und wirtschaftsbezogene Kriminalität zeigt sich: Nur wenn Kommunen ihre Erkenntnisse teilen, gemeinsam Strategien entwickeln und eng mit Ermittlungsbehörden kooperieren, lassen sich komplexe Strukturen nachhaltig aufbrechen.

Die fünf bergischen Städte senden damit ein deutliches Signal: Sicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und interkommunale Zusammenarbeit ihr stärkstes Instrument.

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