Solingen – In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sendet der Rat der Solingen ein deutliches Signal: Die Entwicklung neuer Gewerbeflächen ist keine Option mehr – sie ist eine zentrale Voraussetzung für die Zukunft der Klingenstadt.
Mit einem gemeinsamen Antrag zum „Masterplan Arbeit und Wirtschaft“ wollen CDU, SPD und BfS sowie die FDP-Ratsgruppe die Weichen neu stellen. Der Tenor ist klar: Oberstes Ziel muss die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Solingen sein. Parteipolitische oder ideologische Grabenkämpfe helfen dabei niemandem – gefragt sind pragmatische Lösungen.
Gewerbeflächen als wirtschaftliche Lebensader
Konkret soll der bisherige Leitsatz 12 aus dem Ratsbeschluss zur Vorlage 6819/2024 (9. Ergänzung) aufgehoben werden. Statt Einschränkungen steht nun Entwicklung im Fokus:
- Die Flächen Schrodtberg und Fürkeltrath II sollen aktiv entwickelt werden.
- Für Piepersberg-West wird die Eignung als Gewerbefläche geprüft.
- Bis auf Weiteres bleibt Piepersberg-West im Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche ausgewiesen.
Damit reagiert die Politik auf eine Realität, die in Solingen längst spürbar ist: Ohne ausreichende, attraktive Gewerbeflächen fehlen Perspektiven für Unternehmen – und damit für Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und kommunale Einnahmen.
Arbeitsplätze haben Vorrang
Im Sinne von Leitsatz 3 des bestehenden Beschlusses formuliert der Antrag klare Anforderungen. Jede Ansiedlung soll mit der Zielsetzung erfolgen, möglichst viele Arbeitsplätze zu schaffen.
Das ist mehr als ein formaler Passus – es ist eine strategische Leitlinie. Die Stadt macht deutlich, dass wirtschaftliche Entwicklung kein Selbstzweck ist, sondern direkt den Menschen vor Ort zugutekommen muss. Beschäftigung, Einkommen und Planungssicherheit für Familien stehen im Mittelpunkt.
Zugleich sollen die neuen Gewerbegebiete hochmodern und nachhaltig gestaltet werden:
- möglichst nachhaltige Entwicklung,
- Einsatz von Photovoltaikanlagen auf Gebäuden,
- partielle Flächenausweisung für Gastronomie zur Versorgung der Beschäftigten.
Solingen setzt damit auf wirtschaftliche Stärke und ökologische Verantwortung zugleich – ohne zusätzliche Hürden aufzubauen, die Investitionen ausbremsen könnten.
Erreichbarkeit und Tempo als Standortfaktoren
Ein weiterer Baustein ist die Verkehrsanbindung. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderung und Verkehrsbetrieben soll eine Strategie erarbeitet werden, um die neuen Industriegebiete gut an den öffentlichen Personennahverkehr anzubinden.
Zugleich soll die Verwaltung in der Regel auf Vorgaben verzichten, die über landes-, bundes- oder EU-rechtliche Anforderungen hinausgehen. Rechtliche Spielräume sollen so genutzt werden, dass wirtschaftliches Handeln kurzfristig ermöglicht wird – sofern kein anderslautender Ratsbeschluss entgegensteht.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Wer investieren und Arbeitsplätze schaffen will, soll in Solingen verlässliche und zügige Rahmenbedingungen vorfinden.
Kein weiteres Gutachten – Fokus auf Umsetzung
Auch Leitsatz 5 wird aufgehoben. Ein zusätzliches Gutachten soll nicht vergeben werden. Statt weiterer Prüfaufträge steht die Umsetzung im Vordergrund.
Viele Beobachter werten den gemeinsamen Antrag als Zeichen dafür, dass große Teile der Solinger Politik die Dringlichkeit erkannt haben. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt duldet keinen Aufschub.
Für die Klingenstadt geht es um nicht weniger als ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Zukunftsfähigkeit. Neue Gewerbeflächen bedeuten neue Chancen – für Unternehmen, für Beschäftigte und für die gesamte Stadtgesellschaft.








