Bergisches Land – Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck hat sich im Februar leicht verbessert. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal waren 33.276 Menschen arbeitslos gemeldet – das sind 299 weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank geringfügig um 0,1 Prozentpunkte auf 9,9 Prozent. Gleichzeitig stieg der Bestand gemeldeter Stellen auf 2.639 – ein Plus von 172 Angeboten.
„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt ist ermutigend und gibt der Wirtschaft Rückenwind“, betont Nathalie Schöndorf, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur. Sinkende Arbeitslosigkeit und mehr gemeldete Stellen zeigten, dass Betriebe wieder stärker Personal nachfragten. Entscheidend sei jedoch, diese Dynamik durch gezielte Weiterbildung zu sichern.
Entwicklung im Städtedreieck unterschiedlich
Einheitlich verlief die Entwicklung allerdings nicht. Während in Wuppertal die Arbeitslosigkeit deutlich zurückging, stiegen die Zahlen in Solingen und Remscheid leicht an.
Solingen:
In Solingen waren im Februar 7.670 Menschen arbeitslos gemeldet – 16 mehr als im Januar. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 8,7 Prozent. Besonders auffällig ist der Anstieg bei den unter 25-Jährigen: 737 junge Menschen sind aktuell ohne Job, 41 mehr als im Vormonat. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg auf 3.572 Personen (+8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Positiv: 146 neue Stellen wurden gemeldet – deutlich mehr als im Januar.
Remscheid:
In Remscheid erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen leicht auf 5.122 Personen (+55). Die Quote liegt bei 8,5 Prozent. Während die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat zunahm (489 Betroffene), liegt sie unter dem Vorjahreswert. 123 neue Stellen wurden gemeldet.
Wuppertal:
Deutlich positiver entwickelte sich der Arbeitsmarkt in Wuppertal. Hier sank die Zahl der Arbeitslosen um 370 auf 20.484 Personen. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 10,9 Prozent. Dennoch bleibt die Situation angespannt: Im Vergleich zum Vorjahr gibt es rund fünf Prozent mehr Arbeitslose. 374 neue Stellen wurden im Februar gemeldet – ein kräftiger Anstieg gegenüber dem Vormonat.
Langzeitarbeitslosigkeit bleibt Herausforderung
Insgesamt 14.473 Menschen im Agenturbezirk gelten als langzeitarbeitslos. Das sind 1.637 mehr als vor einem Jahr. Über 92 Prozent von ihnen werden in der Grundsicherung betreut. Auch die Unterbeschäftigung – sie erfasst zusätzlich Personen in Maßnahmen oder mit längerer Erkrankung – bleibt mit 41.573 Personen hoch, liegt jedoch unter dem Vorjahreswert.
Bewegung auf dem Arbeitsmarkt
Im Februar meldeten sich 5.768 Menschen neu arbeitslos, 6.071 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.491 von ihnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf. Insgesamt arbeiten im Städtedreieck 230.186 Menschen sozialversicherungspflichtig (Stand August 2025).
Fachkräfte gesucht – Weiterbildung im Fokus
Besonders gefragt sind aktuell Fachkräfte in den Bereichen Altenpflege, Verkauf, Maschinenbau- und Betriebstechnik, Büro- und Sekretariatswesen sowie Gesundheits- und Krankenpflege.
Rund 2.014 Menschen nehmen derzeit an einer beruflichen Weiterbildung teil. Die Arbeitsagentur setzt weiterhin stark auf Qualifizierung und bietet Beratungen sowie finanzielle Unterstützung für Beschäftigte und Unternehmen an. Mit einem digitalen „Förder-Check“ können Betriebe zudem unkompliziert prüfen, welche Fördermöglichkeiten für sie infrage kommen.
Fazit: Der Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck zeigt leichte Erholungstendenzen. Doch insbesondere die steigende Langzeitarbeitslosigkeit und die Situation junger Menschen machen deutlich, dass Qualifizierung und nachhaltige Integration in Arbeit weiterhin zentrale Aufgaben bleiben.








