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SolingenHundekot zwischen Grabsteinen: Respektlosigkeit auf Solingens Friedhöfen nimmt zu

Hundekot zwischen Grabsteinen: Respektlosigkeit auf Solingens Friedhöfen nimmt zu

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Solingen – Es sind Orte der Stille, des Abschieds und der Erinnerung – doch ausgerechnet hier häufen sich derzeit Vorfälle, die viele Angehörige fassungslos zurücklassen. Auf mehreren städtischen Friedhöfen in Solingen sorgen freilaufende Hunde und liegen gelassener Hundekot für wachsenden Unmut. Besonders betroffen: Der Waldfriedhof am Hermann-Löns-Weg in Ohligs.

Nach Angaben der Stadt wurde zuletzt ausgerechnet an sogenannten Bestattungsbäumen Hundekot entdeckt. Auch das Urinieren von Hunden an diesen Bäumen komme „immer wieder“ vor. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Grün – hier finden Urnenbeisetzungen statt. Für viele Hinterbliebene sind diese Bäume letzte Ruhestätte naher Angehöriger.

Pietätloses Verhalten an sensiblen Orten

Wer seinen Hund dort frei laufen lässt oder Hinterlassenschaften nicht beseitigt, missachtet nicht nur klare Regeln, sondern auch grundlegende Formen des Anstands. Friedhöfe sind keine Auslaufflächen für Hunde. Sie sind geschützte Räume des Gedenkens.

Verantwortlich für Pflege und Betrieb der Anlagen sind die Technische Betriebe Solingen. Grundlage ist die Friedhofssatzung der Stadt: Hunde dürfen ausschließlich an der kurzen Leine mitgeführt werden. Verunreinigungen der Anlage und von Grabstätten sind ausdrücklich untersagt.

Dennoch berichten städtische Mitarbeiter immer wieder von Verstößen – und von Diskussionen mit uneinsichtigen Hundehaltern.

„Absolut pietätlos“

„Als Betreiber der städtischen Friedhöfe ist es unser Anspruch, diese Orte in einem würdevollen und gepflegten Zustand zu erhalten“, betont Andreas Brühne, Abteilungsleiter Friedhöfe. Sein Appell an Hundebesitzer ist eindeutig: Leinenpflicht einhalten, Hundekot sofort beseitigen.

Besonders problematisch sei, dass für Außenstehende oft nicht erkennbar ist, ob an einem Baum bereits eine Beisetzung stattgefunden hat. Genau dort jedoch kam es zuletzt zu Verunreinigungen. Die Verwaltung will nun mit kleinen roten Hinweistafeln auf Bestattungsbäume aufmerksam machen – ein Schritt, der eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Mehr Rücksicht statt Ausreden

Die städtischen Mitarbeiter weisen bei Verstößen regelmäßig vor Ort auf die Regeln hin. Doch statt Einsicht erleben sie nach eigenen Angaben häufig Unverständnis. Dabei geht es nicht um bürokratische Spitzfindigkeiten, sondern um Respekt gegenüber Verstorbenen und Trauernden.

Die Stadt setzt weiterhin auf Aufklärung – doch der eigentliche Hebel liegt bei den Hundehaltern selbst. Wer einen Friedhof betritt, betritt einen Ort der Würde. Das sollte auch für Vierbeiner gelten – spätestens am anderen Ende der Leine.

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