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PolitikGanztag an Förderschulen in NRW am Limit – Neumann sieht auch Solingen...

Ganztag an Förderschulen in NRW am Limit – Neumann sieht auch Solingen betroffen

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GEW-Umfrage zeigt deutlichen Personalmangel

Düsseldorf/Solingen – Der Ganztagsbetrieb an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen steht laut einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zunehmend unter Druck. Nach Angaben der GEW fehlen landesweit derzeit rund 1.100 Sonderpädagogen sowie etwa 250 Fachlehrer mit dem Schwerpunkt geistige und körperlich-motorische Entwicklung.

Der Solinger SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann sieht die Ergebnisse auch als Warnsignal für die Situation vor Ort. „Die jüngste GEW-Umfrage bestätigt erneut, dass der gebundene Ganztag in NRW – insbesondere bei den Förderschwerpunkten geistige und körperlich-motorische Entwicklung – massiv an seine Grenzen stößt“, erklärt Neumann. Auch in Solingen steige der Bedarf bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf. Gleichzeitig fehlten die notwendigen personellen Ressourcen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

Nachmittagsangebote werden gekürzt

An der Umfrage beteiligten sich rund 1.600 Beschäftigte an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen. Zwei Drittel von ihnen arbeiten an Schulen mit gebundenem Ganztag. Allerdings berichten 42 Prozent, dass Nachmittagsangebote wegen Personalmangels gekürzt werden mussten.

Besonders besorgniserregend: 17 Prozent der Befragten geben an, dass an drei oder mehr Nachmittagen pro Woche keine Ganztagsförderung mehr angeboten werden kann. „Damit wird der Ganztag an Förderschulen faktisch ausgehöhlt – und das zulasten der betroffenen Kinder und ihrer Familien“, so Neumann.

Kritik an fehlender Statistik

Für den SPD-Politiker zeigt die Umfrage ein System, das zunehmend damit beschäftigt sei, Mängel zu verwalten, statt pädagogische Qualität zu sichern. Kritik übt Neumann zudem an der offiziellen Unterrichtsausfallstatistik des Landes. Förderschulen mit den Schwerpunkten geistige sowie körperlich-motorische Entwicklung würden darin bislang nicht erfasst. „Hier verschließt Schulministerin Feller die Augen vor der Realität“, erklärt der Solinger Abgeordnete.

SPD fordert verlässlichen Ganztag

Bereits im vergangenen Sommer hatte die SPD-Landtagsfraktion einen Antrag für einen verlässlichen Ganztag an Förderschulen eingebracht. Dieser steht erneut auf der Tagesordnung des Schulausschusses im Landtag.

Neumann fordert ein Umsteuern der Landesregierung. Fachlehrerinnen und Fachlehrer müssten rechtlich stärker eingebunden werden, damit sie mehr Eigenverantwortung und unterrichtsnahe Aufgaben übernehmen könnten – in der Praxis geschehe dies vielerorts bereits.

Darüber hinaus spricht sich der Solinger Abgeordnete für eine transparente Unterrichtsausfallstatistik aus, die alle Schulformen berücksichtigt. Langfristig müsse zudem Inklusion als grundlegender Bestandteil im Lehramtsstudium verankert werden. „Gemeinsames Lernen an Regelschulen muss finanziell und personell genauso ausgestattet werden wie an Förderschulen“, betont Neumann. Nur so hätten Eltern in Solingen und ganz Nordrhein-Westfalen eine echte Wahlfreiheit bei der Schulwahl ihrer Kinder.

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