Antrag auf Entwidmung beim Landeskirchenamt gestellt
Solingen – Die Evangelische Kirchengemeinde Dorp will ihre Aktivitäten künftig stärker am Standort der Dorper Kirche bündeln. Das Presbyterium hat deshalb beim Landeskirchenamt in Düsseldorf die Entwidmung des Gemeindehauses Arche an der Eichenstraße beantragt. Wenn der Antrag genehmigt wird, soll das Gebäude ab dem 1. Februar 2027 nicht mehr für Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen genutzt werden.
Seit der Einweihung im Jahr 1983 war das Gemeindehaus Arche am Unnersberg ein wichtiger Treffpunkt für das Gemeindeleben. Viele Jahre lang fanden dort jeden Sonntag Gottesdienste statt, zuletzt nur noch einmal im Monat. Mit der geplanten Außerdienstnahme endet damit eine mehr als vier Jahrzehnte lange Nutzung als kirchlicher Veranstaltungsort.
Von der Entscheidung unberührt bleibt die zweigruppige Kindertagesstätte „Arche“ in unmittelbarer Nachbarschaft des Gemeindehauses. Sie wird weiterhin vom Diakonischen Werk getragen und soll ihren Betrieb unverändert fortsetzen.
Abschied fällt der Gemeinde nicht leicht
Pfarrer Joachim Römelt verweist darauf, dass der Schritt bereits vor Jahren vorbereitet wurde. „Nach dem Beschluss vor 15 Jahren ist es im nächsten Jahr so weit, uns ganz auf den Standort Dorper Kirche zu konzentrieren“, sagt er. Rückblickend habe sich die damalige Entscheidung als richtig erwiesen.
Auch Pfarrerin Raphaela Demski-Galla betont, dass der Abschied vielen in der Gemeinde nicht leicht falle. „Natürlich schmerzt der Abschied von einem Haus, in dem so viel Leben, so viele Gottesdienste und Veranstaltungen sowie Taufen und Trauungen stattgefunden haben“, sagt sie. Die Gemeinde habe jedoch immer wieder über die langfristigen Pläne informiert und sich so auf den Schritt vorbereiten können.
Konzentration auf den Standort Dorper Kirche
Künftig sollen Gottesdienste und Veranstaltungen rund um die Dorper Kirche stattfinden, etwa 1,5 Kilometer von der Arche entfernt. Dort verfügt die Gemeinde neben dem Kirchraum über eine Cafeteria, einen großen Gemeindesaal, mehrere Gruppenräume und eine Gemeindewiese. Aktivitäten aus der Arche könnten dorthin verlagert werden.
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität seien zudem einzelne Veranstaltungen im nahegelegenen Goudahof geplant.
Presbyterin Andrea Enders, im Leitungsgremium für die Gebäude zuständig, sieht in der Konzentration auf weniger Standorte eine notwendige Entwicklung. „Wir sind in den vergangenen Jahren eine kleinere Kirche geworden mit weniger Mitarbeitenden und benötigen entsprechend weniger Räume“, erklärt sie. Gleichzeitig setze die evangelische Kirche in Solingen insgesamt stärker auf Zusammenarbeit an weniger Standorten. Ziel sei es, den Gebäudebestand bis Mitte des kommenden Jahrzehnts etwa zu halbieren.
Langfristige Planung seit mehr als einem Jahrzehnt
Der aktuelle Schritt geht auf einen Grundsatzbeschluss des Presbyteriums aus dem Jahr 2011 zurück. Damals wurde entschieden, das Gemeindehaus Arche langfristig zwischen 2020 und 2030 außer Dienst zu nehmen.
Nachdem bei Untersuchungen 2014 ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt worden war, beschloss die Gemeinde zunächst, die Arche früher zu schließen und keine großen Investitionen mehr vorzunehmen. Dank großzügiger Spenden konnte das Gebäude jedoch 2017 saniert und noch einige Jahre weiter genutzt werden – ohne den langfristigen Schließungsplan zu verändern.
Im Juli 2025 startete das Presbyterium schließlich offiziell den Prozess zur Entwidmung. Auf einer Gemeindeversammlung im September wurden die Mitglieder über das geplante Schließungsdatum informiert. Zwei Tage später beschloss das Presbyterium die Entwidmung zum 31. Januar 2027 und bat den Kreissynodalvorstand um Zustimmung. Diese wurde inzwischen erteilt, sodass nun das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland über den Antrag entscheiden muss.
Mit der möglichen Entwidmung würde für die Dorper Gemeinde ein prägender Ort ihrer jüngeren Geschichte zwar schließen – gleichzeitig soll das kirchliche Leben künftig stärker rund um die Dorper Kirche gebündelt werden.











