Eine Pressemitteilung der Grünen stellt das Projekt als pragmatische Lösung für Verkehrsprobleme dar. Doch hinter den Argumenten zeigen sich auch bekannte Konfliktlinien in der Verkehrspolitik.
Grüne stellen Cityring als Sicherheitsprojekt dar
Die Grünen werben erneut für den geplanten Ohligser Cityring. In einer aktuellen Pressemitteilung beschreibt die Partei das Vorhaben als notwendigen Schritt für mehr Verkehrssicherheit, bessere Busverbindungen und barrierefreie Haltestellen. In der politischen Debatte wird das Projekt jedoch weiterhin kontrovers diskutiert.
Nach Darstellung der Grünen gehe es in der Diskussion nicht allein um Parkplätze, sondern vor allem um sichere Wege und eine bessere Anbindung im Stadtteil. Besonders der Bereich am Rennpatt wird dabei hervorgehoben.
Schulweg als zentrales Argument
Am Rennpatt endet für viele Kinder der tägliche Schulweg, unter anderem zum Standort der Grundschule Bogenstraße. Zudem befindet sich dort ein Gebäude der Erika-Rothstein-Schule, an dem Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden.
Hilke Barenthien, zweite stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, sieht hier eine besondere Verantwortung. In der Pressemitteilung erklärt sie: „Wir können nicht einerseits Elterntaxis kritisieren und andererseits jede Veränderung ablehnen, die den Straßenraum übersichtlicher und sicherer macht.“
Wenn Kinder selbstständig zur Schule kommen sollen, müssten sichere Wege und Alternativen geschaffen werden, so Barenthien weiter.
Kritik am heutigen Straßenraum
Nach Einschätzung der Grünen ist der Straßenraum rund um den Rennpatt derzeit stark vom Autoverkehr geprägt. Parkende Fahrzeuge würden Sichtbeziehungen einschränken, entgegenkommende Autos behinderten sich teilweise gegenseitig.
Der Cityring soll laut Partei hier für mehr Übersichtlichkeit sorgen und Begegnungsverkehre vereinfachen. Vorgesehen sind außerdem barrierefreie Haltestellen, die insbesondere Menschen mit Einschränkungen zugutekommen sollen.
Neue Busverbindungen und Entlastung im Zentrum
Neben Sicherheitsaspekten betonen die Grünen auch Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. Die stark frequentierte Lennestraße im Zentrum könnte nach Darstellung der Partei vom Busverkehr entlastet werden.
Gleichzeitig sollen bislang weniger angebundene Bereiche erstmals eine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof erhalten. Dazu zählen das Gewerbegebiet Heiligenstock, der Rennpatt und die Kottendorfer Straße. Davon könnten sowohl Beschäftigte als die Kunden profitieren.
Parkplätze bleiben ein Streitpunkt
Dass Veränderungen im Straßenraum häufig mit Diskussionen über Parkmöglichkeiten verbunden sind, räumt auch die Pressemitteilung indirekt ein. Um den Parkdruck zu steuern, könnten laut Grünen Maßnahmen wie Anwohnerparken oder zeitliche Begrenzungen geprüft werden.
Zugleich verweist die Partei darauf, dass es in der Nähe der Fußgängerzone Parkhäuser gebe, die bislang nicht vollständig ausgelastet seien.
Umsetzung des Nahverkehrsplans
Für die Grünen ist der Cityring vor allem Teil einer größeren Planung. Das Projekt setze den bereits beschlossenen Nahverkehrsplan um und solle die Erreichbarkeit und Barrierefreiheit im Stadtteil verbessern.
„Der Cityring ist ein pragmatischer Schritt für mehr Mobilität“, erklärt Barenthien in der Mitteilung – insbesondere für Menschen, die im Straßenverkehr bislang weniger berücksichtigt worden seien.
Ob diese Einschätzung im Stadtteil breite Zustimmung findet, dürfte sich allerdings erst in den kommenden politischen Beratungen zeigen. Gerade bei Veränderungen im Straßenraum zeigt sich in Ohligs regelmäßig, dass unterschiedliche Interessen nicht immer leicht zusammenzubringen sind.











