WirtschaftViele bergische Unternehmen fürchten spürbare Folgen des Iran-Kriegs

Viele bergische Unternehmen fürchten spürbare Folgen des Iran-Kriegs

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IHK-Blitzumfrage zeigt wachsende Sorgen über steigende Kosten und mögliche Umsatzeinbußen

Bergisches Land – Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten bereiten vielen Unternehmen im Bergischen Land zunehmend Sorge. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), an der sich mehr als 330 Betriebe beteiligt haben.

Die Ergebnisse zeichnen ein angespanntes Bild: 21 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit deutlichen Umsatzeinbußen infolge des Iran-Kriegs. Weitere fünf Prozent erwarten sogar erhebliche Rückgänge, während zwei Prozent ihre wirtschaftliche Existenz bedroht sehen. Zwar hofft mit 44 Prozent die größte Gruppe, dass die Auswirkungen begrenzt bleiben, doch fast jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) geht davon aus, gar nicht betroffen zu sein.

Steigende Energie- und Logistikkosten im Fokus

Als größte Belastung nennen die Unternehmen die stark gestiegenen Treibstoff- und Energiekosten. Diese treiben nicht nur die eigenen Betriebsausgaben in die Höhe, sondern verteuern auch Logistikleistungen deutlich. Die Folge sind umfassende Kostensteigerungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Lieferkettenprobleme spielen derzeit hingegen eine untergeordnete Rolle: Nur etwa zehn Prozent der Betriebe befürchten konkrete Unterbrechungen.

Geringe direkte Abhängigkeit vom Nahostgeschäft

Direkte Geschäftsbeziehungen in den Nahen Osten unterhalten lediglich 13 Prozent der befragten Unternehmen. Diese konzentrieren sich vor allem auf Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Israel sowie kleinere Golfstaaten wie Katar, Bahrain und Kuwait.

Für die Mehrheit dieser Unternehmen ist der Anteil des Nahostgeschäfts am Gesamtumsatz vergleichsweise gering: Bei über 60 Prozent liegt er unter zehn Prozent. Auch eigene Mitarbeitende vor Ort sind eher die Ausnahme.

Allerdings zeigt sich bei Unternehmen mit stärkerem Engagement in der Region ein deutlich höheres Risikoempfinden: Betriebe, die mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes im Nahen Osten erzielen, erwarten nahezu geschlossen erhebliche bis existenzbedrohende Einbußen.

Vor allem kleinere Betriebe betroffen

Ein Blick auf die Struktur der teilnehmenden Unternehmen verdeutlicht, dass vor allem kleinere Betriebe betroffen sein könnten. Rund zwei Drittel der Befragten beschäftigen bis zu 20 Mitarbeitende, weitere 13 Prozent bis zu 50. Größere Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten machen lediglich neun Prozent aus.

Branchenseitig stellen Dienstleister mit 31 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von Industriebetrieben (28 Prozent) und Großhändlern (14 Prozent). Weitere Teilnehmer stammen aus dem Einzelhandel, dem Verkehrsgewerbe sowie dem Finanzsektor.

Unsicherheit bleibt hoch

Die Umfrage macht deutlich: Auch wenn viele Unternehmen bislang nur indirekt vom Konflikt betroffen sind, sorgt insbesondere die Kostenentwicklung für erhebliche Unsicherheit. Wie stark sich die wirtschaftlichen Folgen in den kommenden Monaten tatsächlich auswirken werden, hängt maßgeblich von der weiteren geopolitischen Entwicklung ab.

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