Ein vermeintliches Schnäppchen wird zur Falle – und hält die Polizei stundenlang in Atem.
Solingen – Was als gewöhnlicher Autokauf begann, entwickelte sich am späten Mittwochabend zu einem spektakulären Polizeieinsatz mit gleich zwei Verfolgungsfahrten quer durch die Stadt.
Ein 24-jähriger Mann hatte über eine Internetplattform Kontakt zu einem 26-jährigen Verkäufer aufgenommen, der einen Audi A7 anbot. Am Mittwochabend trafen sich die beiden zur Übergabe – allerdings nicht etwa auf einem Parkplatz, sondern in einem Imbiss.
Dort übergab der Käufer eine fünfstellige Bargeldsumme und erhielt im Gegenzug den Fahrzeugschlüssel. Doch als er anschließend den angegebenen Parkplatz aufsuchte, folgte die böse Überraschung: Der Audi war verschwunden.
Der Mann erstattete umgehend Anzeige wegen Betrugs.
Erste Spur – und erste Verfolgung
Nur kurze Zeit später, gegen 23.00 Uhr, meldete sich der Geschädigte erneut bei der Polizei. Er habe den Audi auf der Klauberger Straße gesehen.
Mehrere Streifenwagen machten sich sofort auf die Suche – mit Erfolg: In der Kuller Straße entdeckten Beamte das Fahrzeug tatsächlich in Bewegung. Die Verfolgung begann.
Doch der Fahrer reagierte schnell und flüchtete mit Vollgas. Als der Audi in die Sudentenstraße einbog, verloren die Einsatzkräfte den Sichtkontakt.
Zweite Sichtung löst erneuten Einsatz aus
Die Nacht war damit jedoch noch lange nicht vorbei. Gegen 00:20 Uhr ging erneut ein Notruf des Betrogenen ein: Der Audi sei wieder gesichtet worden – diesmal in der Wupperstraße.
Wieder nahmen Polizeibeamte die Verfolgung auf. Dieses Mal versuchten sie, das Fahrzeug direkt anzuhalten. Doch der Fahrer ignorierte sämtliche Anhaltesignale.
Rasante Flucht durch die Innenstadt
Was folgte, war eine gefährliche Flucht durch mehrere innerstädtische Straßen. Der Audi-Fahrer überschritt wiederholt die zulässige Höchstgeschwindigkeit und missachtete rote Ampeln.
Die Verfolgungsfahrt zog sich durch verschiedene Straßenzüge, bis der Wagen schließlich auf der Konrad-Adenauer-Straße erneut aus dem Blickfeld der Polizei verschwand.
Fahrzeughalter nicht mehr im Besitz des Autos
Die anschließenden Ermittlungen führten zum eingetragenen Fahrzeughalter – doch auch hier ergab sich eine überraschende Wendung: Der Mann gab an, das Fahrzeug bereits verkauft zu haben. Lediglich die Umschreibung der Fahrzeugpapiere sei noch nicht erfolgt.
Polizei ermittelt weiter
Der Audi bleibt verschwunden, der Täter auf der Flucht. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft nun die Hintergründe des Falls – insbesondere, wer tatsächlich hinter dem Steuer des flüchtigen Fahrzeugs saß und ob ein größeres Betrugssystem dahintersteckt.
Für den 24-jährigen Käufer bleibt vorerst nur der Schaden – und eine teure Lektion: Beim Autokauf ist Vorsicht geboten, vor allem bei Bargeldgeschäften unter ungewöhnlichen Umständen.











