Die Solinger Autorenrunde und Freunde in Düsseldorf
von Kay Ganahl / Die Solinger Autorenrunde und Freunde tritt gern in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf auf – so auch in diesem März.
Im Düsseldorfer „Antoniushof … bei Alex“ ist es derzeit anders, aber nicht weniger interessant für Künstler und Kulturbegeisterte, darunter natürlich auch die Persönlichkeiten der „schreibenden Zunft“. Der Freundeskreis Düsseldorfer Buch `75 e. V. (FDB) trifft sich dort zwei Mal monatlich zu dem „Autorentreff“ und zu dem „Vereinstreff“. Im Rahmen des letzteren finden meist Kulturveranstaltungen statt, die überwiegend der deutschen Literatur zuzuordnen sind, besonders öffentliche literarische Lesungen oder literarische Vorträge von bekannten Persönlichkeiten Düsseldorfs. Im Jahr 2025 feierte der FDB sein 50jähriges Vereinsjubiläum.
Schon einige Male wurde dort, an verschiedenen Orten, öffentlich gelesen – zum Beispiel in der Künstlerkneipe Destille (in der Blauen Stunde und beim Autorenfrühstück), die vor der „Coronazeit“ eine der bekanntesten Düsseldorfer Auftrittsmöglichkeiten für Autorinnen und Autoren war. Es waren von Elisabeth Esch gegründete und viele Jahre lang geleitete kulturelle Veranstaltungsreihen.
Am 11. März 2026 fand im „Antoniushof … bei Alex“ eine literarische Lesung mit dem Titel „In unserer Zeit“ statt. Den Autoren der Solinger Autorenrunde und Freunde, die mit eigenen Werken zur Lesung aus Solingen gekommen waren, lag das Thema besonders am Herzen, weil die brenzlige Weltsituation, in der wir alle leben müssen, auf wichtige Fragen klare Antworten erfordert.
Autorinnen und Autoren denken kritisch mit. Sie sind es glücklicherweise auch, die immer wieder auf Probleme hinweisen und sie mit Fantasie und Verantwortungsgefühl kreativ und an Qualität orientiert bearbeiten, um dann, einmal niedergeschrieben, ein geneigtes Publikum zu erfreuen. In geistige Niederungen der Unterhaltung muss sich dabei keiner begeben, weil dafür die digitalen/elektronischen Massenkommunikationsmittel zuständig sind.
Dirk Steinert und Kay Ganahl, die auch Mitglieder des FDB sind, wurden von dem Journalisten und Lyriker Florian Meurer zum Antoniushof begleitet, dessen Werke davon gekennzeichnet sind, in die Tiefen lyrischen Verstehen-könnens einzudringen und niemals an der Oberfläche zu verharren, so dass der Leser und Hörer in Meurers Gedanken- und Gefühlswelt eintaucht, um sich von seinem lyrischen Geist mitnehmen zu lassen. So las er an diesem Abend auch ein langes Gedicht mit dem Titel „Friedensmacht“, in welchem er aufzeigte, wie wichtig die Selbstliebe ist, um Feinde mit Empathie als Menschen zu sehen. Dirk Steinerts Gedichte-Reihe „In unserer Zeit“ bezog sich auf gut nachvollziehbare Seeleninhalte. Er trug sie mit der gewohnten Eindringlichkeit vor, war offen selbstbezogen und das Ganze hatte viel von einer, im sehr positiven Sinne, Bekenntnisliteratur. Das reizt besonders. Hier wird klar, dass Selbstbezogenheit, die mit kreativer Intelligenz gekoppelt ist, immer auch weit über den Dichter und dessen konkret-tatsächliche Individualität hinausweist. Denn gelungene Selbstreflektionen, die niedergeschrieben und gelesen, aber auch – im Antoniushof vor annähernd zwei Dutzend Vereinsmitgliedern und Gästen – öffentlich gelesen werden, können Menschen in den Bann ziehen. Kay Ganahl las drei Prosatexte vor, die mit persönlichen Bezügen aufwarteten, so „Man (n) unter Bäumen“, in welchem der in einem Wald wandernde Schriftsteller mit Liebe zur Natur auch die Selbstfindung erreicht.
Es war schön, dass die Zuhörer sich nach jedem „Dichter-Beitrag“ auf Gespräche einließen, die bewiesen, wie konstruktiv Kritik sein kann, eben auch ermutigend für die, die sich mit ihren Texten unter die Menschen begeben haben. Der Abend klang mit einem warmen Applaus aus, auf den dann weitere persönliche Gespräche folgten.
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