Solingen – Die Innenstädte in Nordrhein-Westfalen stehen unter Druck: Strukturwandel im Einzelhandel, wachsender Online-Handel und verändertes Konsumverhalten führen vielerorts zu Leerständen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Städte verstärkt auf Austausch und gemeinsame Lösungsansätze.
Ein wichtiges Forum dafür bietet die Arbeitsgemeinschaft Innenstadt im Netzwerk Stadtentwicklung NRW (NWSE). Rund 30 Vertreter aus etwa 20 Städten kamen am vergangenen Dienstag in der Gläsernen Werkstatt in Solingen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven auszutauschen.
Austausch als Schlüssel zur Lösung
Zum Auftakt betonte Andreas Budde, Beigeordneter der Stadt Solingen, die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Wir brauchen neue Ideen und Lösungsansätze. Im Netzwerk können wir Erfahrungen teilen und voneinander lernen.“ Gerade weil viele Städte mit ähnlichen Problemen konfrontiert seien, komme dem interkommunalen Dialog eine zentrale Rolle zu.
Das Netzwerk bündelt Fachwissen aus zahlreichen Kommunen und greift in seinem Veranstaltungsprogramm regelmäßig aktuelle Themen der Stadtentwicklung auf.
Fußgängerzonen im Wandel
Im Mittelpunkt des Treffens stand die Frage nach der Zukunft von Fußgängerzonen. Als Impuls diente das Solinger Stadtentwicklungskonzept „City 2030“, das im Anschluss bei einem Rundgang durch die Innenstadt veranschaulicht wurde.
In der darauffolgenden Arbeitsphase diskutierten die Teilnehmenden intensiv, welche Rolle Fußgängerzonen künftig spielen sollen. Einig waren sich die Fachleute darin, dass klassische Konzepte, die vor allem auf Einzelhandel setzen, nicht mehr ausreichen.
Mehr als nur Einkaufsorte
Stattdessen plädierten die Experten für eine stärkere Funktionsmischung. Innenstädte sollen zu lebendigen Lebensräumen werden – mit attraktivem Wohnraum, hoher Aufenthaltsqualität und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Auch neue Mobilitätskonzepte, etwa die Öffnung von Fußgängerzonen für den Radverkehr, wurden als wichtige Bausteine genannt.
Als gelungenes Praxisbeispiel wurde die Stadt Emsdetten vorgestellt, die bereits innovative Ansätze umgesetzt hat.
Mut zur Veränderung gefragt
Zum Abschluss des Treffens herrschte Einigkeit darüber, dass die Transformation der Innenstädte Mut, Engagement und ein gemeinsames Verständnis erfordert. Nur so könne es gelingen, Fußgängerzonen wieder stärker zu beleben und zukunftsfähig zu gestalten.
Hintergrund: Netzwerk Stadtentwicklung NRW
Das Netzwerk Stadtentwicklung NRW ist ein bundesweit einzigartiger Zusammenschluss von rund 160 Kommunen unterschiedlicher Größe. Ziel ist es, Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen der Stadtentwicklung zu erarbeiten.











