PolitikMIT: Hohe Spritpreise setzen Solinger Unternehmen unter Druck

MIT: Hohe Spritpreise setzen Solinger Unternehmen unter Druck

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Belastung erreicht kritisches Niveau

Solingen – Die anhaltend hohen Dieselpreise bringen zahlreiche Unternehmen in Solingen und der Region zunehmend in wirtschaftliche Bedrängnis. Besonders betroffen sind Branchen, die stark auf Mobilität und Transport angewiesen sind – darunter Handwerksbetriebe, Bauunternehmen und Speditionen.

Nach Angaben der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen hat die Belastung durch steigende Kraftstoffkosten inzwischen ein kritisches Ausmaß erreicht. „Die Belastung durch die Kraftstoffpreise hat ein Ausmaß erreicht, das für viele Betriebe existenzgefährdend werden kann“, erklärt die MIT-Vorsitzende Gerlinde Steingrüber.

Hoher Verbrauch treibt Kosten in die Höhe
Die Zahlen verdeutlichen die Dimension: Ein kleiner Handwerksbetrieb verbraucht durchschnittlich rund 1.000 Liter Diesel im Monat, etwa für Servicefahrzeuge und Materialtransporte. Bei Bauunternehmen steigt der Verbrauch schnell auf etwa 10.000 Liter monatlich. Mittelständische Speditionen benötigen oft sogar 100.000 Liter oder mehr. Bereits geringe Preissteigerungen führen in diesen Größenordnungen zu erheblichen Mehrkosten.

Kosten lassen sich kaum weitergeben
Ein zentrales Problem für viele Betriebe ist zudem die eingeschränkte Möglichkeit, die gestiegenen Kosten weiterzugeben. „Gerade im Wettbewerb – etwa im Baugewerbe oder in der Logistik – sind die Margen oft ohnehin gering. Preisanpassungen lassen sich häufig nicht durchsetzen, ohne Aufträge zu verlieren“, so Steingrüber.

Zweifel an neuen Preisregeln
Skeptisch bewertet die MIT Solingen auch das kürzlich im Bundestag beschlossene Maßnahmenpaket zur Begrenzung von Spritpreisen. Künftig dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich – um 12 Uhr – erhöhen, während Preissenkungen jederzeit möglich bleiben. Ziel der Regelung ist es, starke Preisschwankungen einzudämmen.

Aus Sicht vieler Unternehmer greift diese Maßnahme jedoch zu kurz. „Ob diese Maßnahme tatsächlich zu spürbaren Entlastungen führt, ist mehr als fraglich“, betont Steingrüber. Zudem wird befürchtet, dass Tankstellen die einmal täglich erlaubte Preiserhöhung stärker ausschöpfen könnten – mit der Folge möglicherweise sogar weiter steigender Preise.

Unternehmen fordern weitere Entlastung
Für viele Unternehmen bleibt die Lage damit angespannt. Ohne zusätzliche Entlastungen drohen steigende Kosten die wirtschaftliche Stabilität weiter zu gefährden.

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