PolitikCDU fordert mehr Einsatz gegen Mobbing in Solinger Schulen und Kitas

CDU fordert mehr Einsatz gegen Mobbing in Solinger Schulen und Kitas

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Solingen – Die CDU-Ratsfraktion bringt das Thema Mobbingprävention verstärkt auf die politische Agenda der Stadt. Mit einer umfangreichen Anfrage für die Sitzungen des Ausschusses für Schule und Weiterbildung (ASW) am 21. April sowie des Jugendhilfeausschusses (JHA) am 28. April 2026 fordert sie konkrete Zahlen, Maßnahmen und Perspektiven im Umgang mit Konflikten und Mobbing an Solinger Bildungseinrichtungen.

Im Mittelpunkt der Anfrage steht die Frage, wie stark Mobbing in Kitas und Schulen tatsächlich verbreitet ist. Die CDU möchte wissen, ob der Stadt belastbare Daten oder zumindest Einschätzungen aus verschiedenen Bereichen wie Schulsozialarbeit, Jugendhilfe, Therapie oder Medizin vorliegen. Hintergrund ist eine Studie der Techniker Krankenkasse, wonach bundesweit etwa jedes sechste Schulkind von Mobbing betroffen ist. Übertragen auf Solingen entspräche dies rund 2.800 Schülerinnen und Schülern.

Auch internationale Vergleichsstudien geben Anlass zur Sorge: Laut PISA 2022 berichten 21 Prozent der 15-Jährigen in Deutschland, mindestens mehrmals im Monat Mobbing zu erleben.

Bestehende Maßnahmen auf dem Prüfstand

Neben der Datengrundlage interessiert die CDU-Fraktion vor allem, welche präventiven Maßnahmen in Solinger Kitas und Schulen bereits etabliert sind. Dazu zählen Programme zur Stärkung der Konfliktfähigkeit, Resilienztrainings sowie Projekte zur Förderung sozialer Kompetenzen. Die Verwaltung soll darlegen, an welchen Einrichtungen solche Angebote existieren und wie sie konkret ausgestaltet sind.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der finanziellen Ausstattung: Wie viele Mittel stehen aus dem Bildungsplan NRW für Mobbingprävention zur Verfügung? Wie haben sich die Ausgaben der Stadt in den vergangenen fünf Jahren entwickelt – und welche Planungen gibt es für die Zukunft?

Rolle der Schulsozialarbeit im Fokus

Die CDU hebt in ihrer Begründung ausdrücklich die zentrale Bedeutung der Schulsozialarbeit hervor. Gleichzeitig wird aber deutlich gemacht, dass die bisherigen Maßnahmen aus Sicht der Fraktion nicht ausreichen. Der zunehmende Grad an Aggression und Konflikten unter Kindern und Jugendlichen erfordere zusätzliche Anstrengungen.

Gefragt wird daher auch nach der Personalsituation in Kitas und Grundschulen sowie danach, in welchem Umfang Präventionsarbeit durch interne Fachkräfte oder externe Anbieter geleistet wird. Ebenso soll geklärt werden, wie viele Maßnahmen pro Einrichtung überhaupt durchgeführt werden können.

Wirksamkeit und Evaluation unklar

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Bewertung der bestehenden Programme. Die CDU möchte wissen, nach welchen Kriterien die Wirksamkeit von Maßnahmen gemessen wird und ob es belastbare Erkenntnisse über deren Nachhaltigkeit gibt.

Zudem erkundigt sich die Fraktion nach weiteren Fördermöglichkeiten durch das Land Nordrhein-Westfalen, die bislang möglicherweise nicht ausgeschöpft werden.

Digitale Gewalt nimmt zu

Auch die wachsende Bedeutung digitaler Konflikte wird in der Anfrage aufgegriffen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler Mobbing und Beleidigungen zunehmend auch in Klassenchats erleben. Experten fordern hier stärkeren Schutz und mehr Begleitung durch Eltern und Schulen.

„Anstoß zur Diskussion“

Die CDU betont, dass ihre Anfrage nicht als Kritik an Lehrkräften oder Schulsozialarbeitern zu verstehen sei. Vielmehr gehe es darum, das Thema fachlich stärker in den Fokus zu rücken und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

„Wir wollen einen Anstoß geben, das Thema Mobbingprävention auch in Solingen intensiver zu diskutieren“, heißt es in der Begründung.

Mit der Behandlung in zwei zentralen Ausschüssen dürfte das Thema in den kommenden Wochen verstärkt in den politischen Fokus der Stadt rücken.

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